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Obama-Kabinett: Hillary Clinton wird US-Außenministerin

Der künftige US-Präsident Barack Obama hat in Chicago sein Außen- und Sicherheitsteam vorgestellt. Neue Außenministerin wird Obamas erbitterte Vorwahlkampfgegnerin Hillary Clinton. Auch die Namen seines Verteidigungsministers und des Nationalen Sicherheitsberaters stehen fest.

Der gewählte US-Präsident Barack Obama macht seine frühere innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton zur Außenministerin der Vereinigten Staaten. Obama gab seine Entscheidung für die New Yorker Senatorin und frühere First Lady am Montag bekannt und bestätigte damit frühere Angaben aus seiner Umgebung.

Darüber hinaus soll der bisherige Verteidigungsminister Robert Gates weiterhin Chef des Pentagon bleiben. Gates hatte die US-Strategie im Irak geändert und damit für deutlich stabilere Verhältnisse gesorgt. Neuer Nationaler Sicherheitsberater wird der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Jim Jones. Der Vier-Sterne-General war vorigen November von der Bush-Regierung zum Sonderbeauftragten für Sicherheitsfragen im Nahen Osten berufen worden.

"Wir werden unsere Möglichkeiten verstärken"

Neue UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten wird Obamas außenpolitische Beraterin, Susan Rice. An die Spitze des Ministeriums für Heimatschutz soll die Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, rücken. Die Leitung des US-Justizministerium geht an den schwarzen Juristen Eric Holder. Damit wäre die Besetzung von Schlüsselpositionen im Kabinett komplett.

"Die Zeit für einen neuen Anfang ist gekommen", erklärte Obama mit seinem neuen Team im Rücken. Eine neue Führung trete an, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzunehmen. "Wir werden unsere Möglichkeiten verstärken, unsere Feinde zu besiegen und unsere Freunde zu unterstützen. Wie werden alte Allianzen festigen und neue schmieden und Partnerschaften ausbauen", so Obama weiter.

Freundin und Kollegin, Beraterin und Gegnerin

Obama bezeichnete Hillary Clinton in seiner Rede als Freundin und Kollegin, sie sei aber auch eine Beraterin und harte Gegnerin. Im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Demokratischen Partei hatten sich die beiden erbitterte Auseinandersetzungen vor allem über den Irak-Krieg geliefert, ehe sich die 60-jährige Clinton ihrem Senatskollegen geschlagen geben musste. Clinton hatte Obama unter anderem mangelnde außenpolitische Erfahrung vorgeworfen. Nun erhält sie Gelegenheit, ihre eigenen Kenntnisse auf diesem Gebiet in die Regierungspolitik einzubringen. Clinton genieße Ansehen und könne die Interessen der USA in der Welt vorantreiben. Der frühere US-Präsident Bill Clinton hatte seiner Frau den Posten ermöglicht, indem er sich bereit erklärte, alle Namen der Spender seiner Stiftung bekanntzugeben und sich zugleich vom Tagesgeschäft der Stiftung zurückzuziehen.

Obama hatte in der vergangenen Woche bereits wichtige Personalentscheidungen getroffen. So soll der Chef der Notenbank von New York, Timothy Geithner, Finanzminister werden. Das Gesundheitsressort geht an den ehemaligen Senator Tom Daschle. Obama selbst wird am 20. Januar als 44. US-Präsidenten offiziell vereidigt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters