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Pakistan US-Drohne tötet mehrere deutsche Islamisten


Die US-Armee hat im Norden Pakistans offenbar mehrere deutsche Extremisten getötet. Die Informationen über ihre Zahl schwanken zwischen fünf und acht. Anwohner berichteten, sie hätten nach dem Angriff auf ein Gehöft einige der Leichen gesehen.

Bei einem Drohnenangriff der US-Armee im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan sind nach pakistanischen Angaben mehrere deutsche Islamisten getötet worden. Ein unbemanntes Flugzeug habe am Montagabend (Ortszeit) zwei Raketen auf ein Gehöft in der pakistanischen Stammesregion Nord-Waziristan abgefeuert, das von den Deutschen genutzt worden sei, und acht Bundesbürger getötet, sagte ein Mitarbeiter des Geheimdienstes in der Region, der anonym bleiben wollte. Ein Vertreter lokaler Sicherheitsbehörden sprach dagegen von fünf toten Deutschen türkischer Herkunft, die drei anderen Opfer seien Pakistaner gewesen. Ein weiterer lokaler Behördenvertreter bestätigte den Tod mehrerer Deutscher, nannte aber keine genaue Zahl.

Das angegriffene Gebäude, das in der Nähe einer Moschee und eines Krankenhauses liegt, gehörte den Angaben zufolge einem Pakistaner, der in der Stadt wohnt. Anwohner berichteten, der Hausbesitzer sei im Gewahrsam des pakistanischen Geheimdienstes, seitdem er bereits vor einigen Monaten gemeinsam mit einem Deutschen im nordwestlichen Bezirk Bannu festgenommen worden sei. "Er hat all diesen Deutschen Obdach gegeben", sagte ein Nachbar. Zwei weitere Anwohner erzählten, sie hätten nach dem Angriff einige der Leichen gesehen. Es habe den Anschein, dass es sich bei allen um Ausländer gehandelt habe, sagten sie.

Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Die Berichte würden überprüft, hieß es. Ein Sprecher des Amtes sagte am Montagabend: "Wir kennen entsprechende Agenturmeldungen und gehen ihnen nach." Das Innenministerium war zunächst nicht zu erreichen.

Westliche Extremisten gelten als große Gefahr

Die USA haben ihre Drohnenangriffe im Nordwesten Pakistans verstärkt. Im September gab es 21 Attacken - so viele wie nie zuvor in einem Monat. Das Gebiet gilt als Hochburg für radikal-islamische Extremisten aus dem Umkreis des Terrornetzwerks al-Kaida. In der Region soll es zahlreiche Terrorcamps geben, in denen auch Islamisten aus Deutschland und anderen europäischen Ländern ausgebildet werden. Erst im Juni war in der Region der deutsche Islamist Rami M. festgenommen worden. Zwei Monate später hatten ihn die pakistanischen Behörden nach Deutschland abgeschoben.

Nach Ansicht westlicher Geheimdienste stellen die im Westen aufgewachsenen Extremisten ohne ein Strafregister eine der größten Gefahren dar. Für die Führung von al-Kaida sind diese Radikalen wichtig, weil sie westliche Pässe haben und so leichter reisen können.

Britische und US-Medien hatten in den vergangenen Tagen mehrfach berichtet, dass Terroristen in Pakistan Pläne für Anschläge ähnlich dem von Mumbai 2008 auch in Europa vorbereitet hätten. Damals hatten Islamisten zwei Hotels in der indischen Metropole angegriffen und mehr als 160 Menschen getötet.

mad/DPA/AFP/Reutes/DAPD DPA

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