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Unesco-Welterbestätte: IS enthauptet Chef-Archäologen von Palmyra

Seit Monaten befindet sich die historische Stadt Palmyra unter Kontrolle des Islamischen Staates. Nun hat die Miliz Bilder veröffentlicht, die den Leichnam des Chef-Archäologen der antiken Stätten zeigen sollen.

Die antike Stätte Palmyra: Seit Mai ist sie unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat

Die antike Stätte Palmyra: Seit Mai ist sie unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Chef-Archäologen der historischen Stätten von Palmyra hinrichten lassen. Der leblose Körper des Wissenschaftlers Khaled al Asaad soll an einer Säule am zentralen Platz des Unesco-Weltkulturerbes aufgehängt worden sein. Die Meldung der Nachrichtenagentur Reuters wurde am Mittwoch vom Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, bestätigt. Der IS verbreitete Fotos im Internet, welche die an einen Pfeiler gefesselte Leiche zeigen sollen. Palmyra war im Mai unter die Kontrolle der Dschihadisten geraten.

Der 82-jährige Wissenschaftler Asaad hatte 50 Jahre an der Erforschung der antiken Stadt mitgewirkt. Dabei arbeitete er unter anderem eng mit Kollegen aus den USA, Frankreich und auch Deutschland zusammen. Seit über einem Monat befand er sich in der Gewalt der Terroristen.

Hinrichtung vor Dutzenden Zuschauern

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde Assaad auf einem Platz in Palmyra vor Dutzenden Zuschauern getötet. Der Archäologe sei bereits vor einem Monat von IS-Kämpfern gefangen genommen worden, die in Palmyra auf der Suche nach Gold gewesen seien, berichtet Abdelkarim der Nachrichtenagentur AFP. Mit Assaad hätten die Dschihadisten einen der wichtigsten Experten für die Antike in Syrien ermordet. Der Wissenschaftler befand sich seit 13 Jahren im Ruhestand. Nach Auffassung der Islamisten leistete Assaad "Götzen-Dienst".

Neben massiven Menschenrechtsverstößen ist der IS auch dafür bekannt, antike Artefakte zu zerstören, die ihrer radikalen Interpretation des Islam widersprechen. Vor der Eroberung soll die syrische Regierung Hunderte Statuen in Sicherheit gebracht haben. Bislang sollen die Islamisten zwei alte Schreine in der Stadt gesprengt haben. Zu großflächigen Zerstörungen soll es aber trotz aller Befürchtungen noch nicht gekommen sein.

amt/dho/Reuters/AFP