Paul Bremer "Wir hatten nie genügend Truppen im Land"

Paul Bremer, ehemaliger US-Verwalter im Irak, hat das Vorgehen des Pentagons nach dem Sturz Saddam Husseins scharf kritisiert. Fehlplanungen und zu wenig Soldaten seien Schuld an der desolaten Situation des Landes.

Der frühere US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, hat dem Pentagon schwere Fehler vorgeworfen. Zwar unterstütze er weiterhin die Entscheidung der US-Regierung für den Krieg gegen den Irak, erklärte Bremer nach einem Bericht der "Washington Post" vom Dienstag. Aber es seien zu keiner Zeit genügend Bodentruppen in den Irak entsandt worden. Außerdem sei es nicht gelungen, die Gewalt und Plünderungen nach dem Sturz Saddam Husseins zu unterbinden, sagte Bremer am Montagabend vor Versicherungsmanagern in White Sulphur Springs.

"Es gab Pläne, aber die Pläne waren für eine Situation, die nicht eingetreten ist", sagte Bremer dem Bericht zufolge auf einer Konferenz in White Sulphur Springs im Bundesstaat West Virginia. Es sei fälschlicherweise angenommen worden, dass nach dem Sturz Husseins humanitäre Hilfe und die Flüchtlingsversorgung im Vordergrund stehen würden. Stattdessen sei es zu einem Aufstand von mindestens vier gut bewaffneten Gruppierungen gekommen. Bremer habe im vergangenen Monat ähnliche Bemerkungen bei einer Rede vor der DePauw-Universität gemacht, berichtete die "Washington Post".

In einer E-Mail an die Zeitung schrieb Bremer, seine jüngsten Bemerkungen beträfen alle die Situation im Irak direkt nach seiner Ankunft im Mai 2003 und nicht die gegenwärtige Lage. "Meiner Meinung nach haben wir im Irak zurzeit eine ausreichende Truppenstärke", schrieb er. Die Lage im Irak gehört zu einem der wichtigsten Themen im Wahlkampf vor der US-Präsidentenwahl Anfang November.

Reuters/AP AP Reuters

Mehr zum Thema



Newsticker