HOME

Philippinen: Wahlsieger Benigno Aquino will die Korruption bekämpfen

Benigno Aquino hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl auf den Philippinen erklärt und der Korruption den Kampf angesagt. Der 50-jährige Sohn von Expräsidentin Corazon Aquino versprach auf einer Pressekonferenz in Manila, er werde sich nicht am Volkseigentum vergreifen, sondern auch korrupte Amtsträger verhaften lassen.

Benigno Aquino hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl auf den Philippinen erklärt und der Korruption den Kampf angesagt. Mit Blick auf zahlreiche Skandale der Vergangenheit versprach der 50-jährige Sohn von Expräsidentin Corazon Aquino am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Manila, er werde sich nicht am Volkseigentum vergreifen, sondern auch korrupte Amtsträger verhaften lassen.

Nach Auszählung von 78 Prozent aller Stimmbezirke führte Aquino mit über 40,2 Prozent der Stimmen vor Expräsident Joseph Estrada, der auf 25,5 Prozent kam. Nach den Umfragen vor der Wahl war ein Kopf-an-Kopf-Rennen Aquinos mit dem Immobilienmakler Manny Villar erwartet worden, der aber chancenlos blieb.

Aquino hat bereits im Wahlkampf versprochen, in den ersten Wochen seiner Amtszeit korrupte Staatsbedienstete zu verfolgen und die Integrität des Parlaments und der Justiz wiederherzustellen. Die Amtszeit der scheidenden Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo war von zahlreichen Skandalen überschattet. Dennoch konnte Arroyo als Kandidatin ihrer Heimatprovinz Pampanga einen Sitz im Parlament sichern. Arroyo durfte nach fast zehnjähriger Amtszeit nicht mehr als Präsidentin antreten.

Aquino, genannt "Noynoy", entstammt einer der reichsten politischen Familien des Landes. Sein Vater kehrte 1983 aus dem Exil in den USA zurück. Der Gegner des Machthabers Ferdinand Marcos wurde bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Manila erschossen. Danach kam es zu tagelangen Protestdemonstrationen unter Führung seiner Witwe, Corazon Aquino, die in einem von den Streitkräften unterstützten Volksaufstand Marcos stürzte und die Regierung übernahm.

Der Botschafter der Europäischen Union, Alistair MacDonald, sagte, die hohe Wahlbeteiligung und die Geduld der Wähler seien bewundernswert. Die US-Botschaft sprach von einem Meilenstein in der Geschichte der Demokratie des Landes. Nach Angaben der Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung unter den 50 Millionen Wahlberechtigten bei 75 Prozent.

APN / APN