Präsidenten-Andeutung War Bush früher ein Kiffer?


Erst getrunken, dann gekifft: Dass der US-Präsident früher Alkoholprobleme hatte ist bekannt. Jetzt deuten Tonbandaufnahmen an, dass er auch gegenüber anderen Drogen offen war.

US-Präsident George W. Bush soll auf heimlich aufgenommenen Tonbändern vor Jahren den Konsum von Marihuana angedeutet haben. Die Bänder stammen von Autor Doug Wead - ein ehemaliger Mitarbeiter von Bushs Vater Präsident George Bush. Die Aufnahmen wurden zeitgleich zum Erscheinen von Weads neuem Buch über die Eltern von George W. veröffentlicht. "Ich würde die Frage nach Marihuana nicht beantworten", sagt Bush auf einem der Bänder. "Weißt du, warum? Weil ich nicht will, dass irgendein kleiner Junge das tut, was ich ausprobiert habe." Die Ausschnitte wurden sowohl vom Sender ABC als auch in der Zeitung "New York Times" veröffentlicht.

Die Aufnahmen stammen aus der Zeit von 1998 bis 2000. Damals war Bush noch Gouverneur von Texas. "Du musst verstehen, ich will Präsident werden", sagt der 43. Präsident der USA demnach weiter. "Willst du, dass dein kleines Kind sagt: ’Hey, Vati, Präsident Bush hat Marihuana probiert, ich glaube, ich tu’ das auch?’" Doch Bush, der frühere Alkoholprobleme bereits eingestanden hatte, wäre nicht der erste amerikanische Präsident mit Marihuana-Erfahrungen. Auch der ehemalige Präsident Bill Clinton hat nach eigenen Angaben Marihuana geraucht. Allerdings will er dabei nicht inhaliert haben Und im Wahlkampf 2000 war es der Bush-Kontrahent Al Gore, der den Konsum von Marihuana zugegeben hatte.

Echtheit nicht in Frag gestellt

Das Präsidialamt stellte die Echtheit der Aufnahmen nicht in Frage. Bushs Sprecher, Scott McClellan, sagte während des Fluges nach Europa in der "Air Force One", Bush habe nicht gewusst, dass seine Bemerkungen aufgezeichnet wurden. Der Präsident sei enttäuscht. "Das waren beiläufige Gespräche, die der damalige Gouverneur Bush mit jemanden hatte, den er für einen Freund hielt", sagte McClellan. "Diese Fragen wurden vor vier Jahren bis zum Erbrechen durchgesprochen und es waren Gespräche, die vor mehr als vier Jahren stattfanden."

Wead sagte ABC, es sei nicht sein Ziel, Bushs Glaubwürdigkeit zu beschädigen. Er hätte sonst die Aufnahmen während des Präsidentschaftswahlkampfs 2004 veröffentlicht. Er habe die Aufnahmen gemacht, weil er Bush für eine Person der Zeitgeschichte gehalten habe. "Wenn ich die Chance gehabt hätte, Gandhi auf Band aufzunehmen oder Gespräche mit Churchill gehabt hätte, hätte ich sie vermutlich auch aufgezeichnet", sagte Wead.

Sue Pleming/Reuters Reuters

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