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Präsidentenwahl in Argentinien: Den Sieg vor Augen

In Argentinien haben die Präsidentschaftswahlen begonnen, ihr Ausgang aber steht laut Umfragen beinahe fest. Cristina Fernàndez de Kirchner, die Frau des bisherigen Amtsinhabers Néstor Kirchner, gilt als Favoritin - und wäre im Andenstaat die erste Frau im Präsidentenamt.

Als haushohe Favoritin auf das Amt des Staatspräsidenten galt Cristina Fernàndez de Kirchner, die Frau des peronistischen Amtsinhabers Néstor Kirchner. Umfragen zufolge könnte sie die für einen Sieg gleich in der ersten Wahlrunde notwendige Mehrheit erreichen und somit als erste Frau das Amt des Präsidenten bekleiden. Auf Platz zwei sahen die Umfrageinstitute die Mitte-Links-Kandidatin Elisa Carrió. Insgesamt bewarben sich 14 Kandidaten um das höchste Staatsamt.

Auch Ex-Fußballstar Diego Maradona will seine Stimme Cristina Fernandez de Kirchner geben. "Ich werde für Cristina stimmen, es scheint, wir haben keine andere Wahl", sagte Maradona der Zeitung Clarin zufolge. Obwohl Argentinien wohl ein Land von Machos sei, würde die Frau von Präsident Nestor Kirchner wohl zu dessen Nachfolger gewählt.

Cristina Kirchner verfügt über langjährige politische Erfahrungen und war zuletzt Senatorin. Stärkung des demokratischen Rechtsstaates und seiner Institutionen, Fortsetzung der Industrialisierung sowie Abbau der krassen sozialen Unterschiede nennt sie als ihre Hauptaufgaben. Sie profitierte von den wirtschaftspolitischen Erfolgen ihres Mannes und der Unterstützung im Wahlkampf durch den Staatsapparat. Die Wähler bestimmen auch die Hälfte der Mitglieder des Abgeordnetenhauses sowie ein Drittel der Senatoren neu. Außerdem werden in acht Provinzen Gouverneure und Regionalparlamente gewählt.

Flucht vor den Mordbanden

Kirchner stammt aus einer Familie der Mittelschicht. Geboren wurde sie am 19. Februar 1953 in der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, La Plata. Nach dem Militärputsch 1976 zogen die Kirchners aus Angst vor den Mordbanden des Regimes nach Santa Cruz. Dort wurden sie als Rechtsanwälte wohlhabend und begannen nach dem Ende der Militärherrschaft 1983 ihre politischen Karrieren. Das Paar hat zwei Kinder, Màximo und Florencia.

DPA/Reuters / DPA / Reuters