Reaktionen Salut Angela, adieu Gérard


Die Einigung von Union und SPD eine Koalitionsregierung unter Angela Merkel bilden zu wollen, ist in Europa begrüßt worden. Frankreichs Staatspräsident Chirac beglückwünschte Merkel und dankte Schröder.

In einem Telefongespräch mit Merkel zeigte sich Chirac am Montag in Paris davon überzeugt, "dass sich die Tradition einer brüderlichen und solidarischen Beziehung zwischen unseren beiden Regierungen noch verstärken wird". "Er hat ihr, der zukünftigen Regierung und dem deutschen Volk allen Erfolg gewünscht", sagte ein Sprecher. Chirac sei sich sicher, dass "die Tradition der brüderlichen Beziehungen und Solidarität zwischen unseren Regierungen und Völkern zum Wohle Europas noch weiter gestärkt" werde. Gleichzeitig lud er Angela Merkel ein, "sobald wie möglich" nach Paris zu kommen.

Chirac habe am Montag mit auch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder telefoniert. Bei Schröder habe Chirac sich für den "außergewöhnlichen Impuls" bedankt, den er als Kanzler den deutsch-französischen Beziehungen gegeben habe, sagte der Sprecher weiter. Schröder und Chirac galten als enge Verbündete.

Auch Blair wollte nach Angaben eines Sprechers noch am Montag mit Merkel telefonieren: "Der Premierminister gratuliert Angela Merkel zu ihrem Aufstieg und hofft, noch heute am späten Nachmittag mit ihr sprechen zu können."

Nach Ansicht des österreichischen Kanzlers Schüssel profitiert ganz Europa von der Aussicht auf eine stabile Regierung in Berlin. "Das ist gut für Deutschland, damit auch gut für uns - immerhin ist Deutschland immer noch der weitaus größte Handelspartner für uns - und ist deswegen auch gut für Europa", sagte Schüssel, der im deutschen Wahlkampf an der Seite Merkels aufgetreten war. Merkel erhalte den "verdienten Lohn für ihre Arbeit", sagte der österreichische Bundeskanzler. "Alles Gute, Angela", wünschte der konservative Regierungschef am Montag in Wien.

Tschechien erwartet von einer großen Koalition in Deutschland keine Kurskorrektur in den von Prag als "sehr gut" bezeichneten bilateralen Beziehungen. "Falls die SPD den Außenminister stellen sollte, wäre allein schon deswegen die Kontinuität des ausgezeichneten Verhältnisses sehr wahrscheinlich", sagte Ministerpräsident Jiri Paroubek, ein Sozialdemokrat. Er halte zudem Angela Merkel "für eine absolut realistische Politikerin".

Zu den ersten Gratulanten gehörte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Er begrüße, "dass sich die Parteien in Berlin auf eine starke und stabile Regierung geeinigt haben", sagte eine Sprecherin Barrosos. Deutschland sei "ein wichtiges Land für die Europäische Union", und Barroso freue sich, dass die Wartezeit vorüber sei.

Auch Nato-General-Sekretär Jaap de Hoop Scheffer und EU- Chefdiplomat Javier Solana begrüßten die sich abzeichnende Kanzlerschaft Merkels. "Alles Gute für die Frau Kanzlerin", sagte De Hoop Scheffer in Brüssel vor Journalisten. Nach Hinweis auf die noch ausstehende endgültige Bestätigung fügte er hinzu: "Wenn das so ist, dann gratuliere ich natürlich Angela Merkel ganz herzlich." Auch Solana meinte: "Wenn das die endgültige Entscheidung ist, dann gratuliere ich sehr herzlich. Ich kenne sie ja schon seit Jahren gut."

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Josep Borrell, kündigte an, mit Merkel "über die europäische Ausrichtung ihrer Regierung" diskutieren zu wollen. Dazu werde das Parlament die CDU- Chefin einladen, "sobald Frau Merkel und die Mitglieder ihrer Regierung offiziell im Amt sein werden", teilte der spanische Sozialist am Montag in Brüssel mit.

Finnlands Ministerpräsident Matti Vanhanen äußerte die Hoffnung, dass das Berlin unter einer neuen Regierung mit allen EU-Partnern und nicht nur den großen Ländern in der Union kooperieren werde.

DPA


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