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Türkei: Erdogans Protzpalast zum Schwarzbau erklärt

Das dürfte dem türkischen Präsidenten gar nicht gefallen: Während Recep Erdogan seinen prunkvollen Amtssitz für angemessen hält, erklärt das Verwaltungsgericht das 1100-Zimmer-Gebäude für illegal.

Präsident Erdogan mit dem gabunischen Präsidenten Ali-Ben Bongo Ondimba vor dem umstrittenen Palast

Präsident Erdogan mit dem gabunischen Präsidenten Ali-Ben Bongo Ondimba vor dem umstrittenen Palast

Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat den umstrittenen Palast von Präsident Recep Tayyip Erdogan offiziell zum Schwarzbau erklärt. Wie mehrere türkische Medien berichten, verwarfen die Verwaltungsrichter einstimmig die grundsätzliche Baugenehmigung für den Palast. Die zuständige Denkmalschutzbehörde hatte den Bau des riesigen Komplexes mit seinen 1100 Zimmern auf einem geschützten Gelände in der Hauptstadt Ankara erlaubt.

Im vergangenen Jahr hatte ein untergeordnetes Gericht in Ankara einen Baustopp des Palastes angeordnet. Die Denkmalschutzbehörde änderte daraufhin eine ursprüngliche Entscheidung zugunsten des Palastes so ab, dass der Bau trotz der Gerichtsentscheidung möglich wurde. Nun aber urteilte der Verwaltungsgerichtshof nach einer Klage der Architektenkammer Ankara, die Denkmalbehörde habe mit der Genehmigung gegen geltendes Recht verstoßen.

Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern

Erdogans Palast ist unter anderem wegen seiner hohen Kosten umstritten. Der Bau des auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern errichteten Gebäudes kostete den türkischen Steuerzahler rund eine halbe Milliarde Euro. Kritiker werfen Erdogan deshalb Prunksucht vor. Der Präsident spricht dagegen von einem Amtssitz, der für ein bedeutendes Land wie die Türkei angemessen sei.

tim/AFP / AFP