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Reform und Wahlen: Wahl-Schlappe für britische Liberale

Die britischen Bürger haben über die Reform des Wahlrechts abgestimmt. Zudem wurden die Gemeindevertretungen und in Nordirland, Schottland und Wales die Regionalparlamente neu gewählt. Es wird mit Verlusten der Konservativen und Liberalen gerechnet - Schuld ist wohl die harte Sparpolitik der Regierung.

Die britische Bevölkerung hat am Donnerstag in einem Referendum über eine Reform des Wahlrechts abgestimmt. Umfragen zufolge dürfte es aber beim beistehenden Mehrheitswahlrecht bleiben, das große Parteien bevorzugt. Gleichzeitig wurden in England die Gemeindevertretungen, in Nordirland, Schottland und Wales Regionalparlamente neu gewählt. Allgemein wird wegen der harten Sparpolitik der Regierung mit Verlusten der Konservativen und Liberalen gerechnet, die seit einem Jahr in einer Koalition verbunden sind. Der bis 2010 regierenden Labour-Partei werden Gewinne in England vorhergesagt, während sie in ihrer früheren Hochburg Schottland Probleme haben dürfte, die Schottische Nationalpartei zu überflügeln.

Die Wahllokale waren von 08.00 bis 23.00 Uhr (MESZ) geöffnet. Mit ersten Ergebnissen wurde kurz danach gerechnet. Das Endergebnis des Referendums wird am Freitagabend erwartet. Sollte die Wahlrechtsreform abgelehnt werden, würde das eine zusätzliche Schlappe für die Liberal-Demokraten von Vizepremier Nick Clegg bedeuten. Sie streben ein Verhältniswahlrecht an, das die kleineren Parteien begünstigt. Die Konservativen von Premierminister David Cameron wollen am bestehenden Mehrheitswahlrecht festhalten. Deshalb bilden in der Regel Konservative oder Labour allein die britische Regierung. Die 2010 vereinbarte Koalition ist die erste seit dem Zweiten Weltkrieg.

Konservative und Liberal-Demokraten hatten bis zuletzt über das Wahlrecht gestritten. Die Koalition dürfte an der Frage aber nicht zerbrechen, weil beide Regierungsparteien Umfragen zufolge bei Neuwahlen mit einer Niederlage rechnen müssten. Labour liegt derzeit in der Wählergunst vorn.

Reuters / Reuters