Regierungskrise in Italien Fini-Anhänger drohen mit Bündnisaustritt


In der italienischen Regierungspartei Volk der Freiheit knirscht es gewaltig: Anhänger von Ministerpräsident Silvio Berlusconi haben Gianfranco Fini, dem Mitbegründer des Bündnisses, am Donnerstag vorgeworfen, eine "Partei in der Partei" geformt zu haben.

Bruch in der italienischen Regierungspartei Volk der Freiheit (PDL): Gefolgsleute von Ministerpräsident Silvio Berlusconi warfen dem Mitbegründer des Bündnisses Gianfranco Fini am Donnerstag in einer Erklärung vor, eine "Partei in der Partei" geformt zu haben. Die Gruppe um den Parlamentspräsidenten schüre nicht hinnehmbare Opposition innerhalb der Partei, hieß es in der PDL-Erklärung weiter.

Fini und Berlusconi sind seit Monaten zerstritten. Die Gefolgsleute des Parlamentspräsidenten im Abgeordnetenhaus kündigten an, sie würden Berlusconis Partei verlassen, meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. 36 seien es bisher im Abgeordnetenhaus, 14 im Senat. Mit diesen Zahlen könnte Fini in Zukunft bei kritischen Abstimmungen zum Zünglein an der Waage werden. Berlusconi hatte seit Anfang des Jahres bereits mehrfach den Gang zu den Urnen nicht ausgeschlossen, sollte der Streit zwischen ihm und Fini zum Bruch führen. Berlusconi erklärte am Donnerstag, seine Regierung sei nicht in Gefahr und er habe die Unterstützung der Mehrheit der Italiener.

Berlusconi forderte Fini zudem auf, sein Amt als Präsident des Abgeordnetenhauses niederzulegen. Fini entgegnete daraufhin, sein Amt werde nicht von Berlusconi entschieden. "Ich bleibe, wo ich bin", war Finis erste Reaktion. Er wollte am späten Freitagvormittag in einer Pressekonferenz Stellung zur Lage nehmen.

APD APD

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