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Machtkampf Republikaner verheimlichen Umfragen, in denen Donald Trump schlecht abschneidet

Liz Cheney und Donald Trump
Zwei, die wohl keine Freunde mehr werden: Liz Cheney (l.) und Donald Trump
© Jim Watson / AFP
Die US-Republikaner können sich nicht von Donald Trump lossagen. Und wollen es wohl auch nicht. Dabei zeigen Umfragen, dass der Ex-Präsident bei vielen Wählern nicht gut ankommt – weswegen die Parteiführung die Ergebnisse unter Verschluss hält.      

In der republikanischen Partei tobt weiter ein Machtkampf zwischen dem Lager der Trumpisten und den Gegnern des abgewählten US-Präsidenten. Nach dem Stand der Dinge werden sich die Anhänger von Donald Trump durchsetzen. Sollte das so kommen, wäre für ihn der Weg frei, 2024 erneut als konservativer Präsidentschaftskandidat anzutreten – womit der Geschäftsmann schon länger und immer wieder gerne kokettiert. Doch interne Umfragen der Partei könnten die Euphorie bremsen.

Laut der "Washington Post" schneidet das Ex-Staatsoberhaupt bei Befragungen in besonders umkämpften Regionen des Landes eher schlecht ab. Ohne konkrete Daten und Bundesstaaten zu nennen, liege der Unterschied zwischen Ablehnung und Zustimmung zur Personalie Trump bei 15 Prozentpunkten – und nicht in Richtung Begeisterung, so das Blatt. Das amtierende Präsidenten-Duo Joe Biden/Kamala Harris dagegen kommt deutlich besser weg, weswegen die Parteiführung die Ergebnisse bei der letzten Klausur im April nicht veröffentlicht hat, wie die "Washington Post" weiter schreibt.

"Stoppt den Trump-Kult"

"Alarmiert" von dieser Heimlichtuerei ist eine von Trumps lautesten innerparteilichen Kritikerinnen, Liz Cheney. Sie hatte jüngst in einem Gastbeitrag für die "Washington Post" von ihren Parteikollegen eindringlich einen Bruch mit Trump gefordert und an sie appelliert, sich "von dem gefährlichen und antidemokratischen Trump-Personenkult" abzuwenden. Als Vorsitzende der Republikanischen Konferenz im Repräsentantenhaus ist Cheney die dritthöchste Abgeordnete ihrer Fraktion. Trump fordert, sie von diesem Führungsposten zu entfernen.

Der Fraktionschef der Partei in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, sagte jetzt dem Sender Fox News, er unterstütze Cheneys innerparteiliche Gegenkandidatin für den Vorsitz der Republikanischen Konferenz, Elise Stefanik. In den nächsten Tagen könnte es zu einer Abstimmung der Republikaner im Repräsentantenhaus kommen, die über die Zukunft Cheneys auf ihrem Posten entscheiden würde.

Quelle: "Washington Post", DPA

nik

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