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Russische Raketenangriffe Erneut unter Beschuss: Für die Ukraine ist es "fast zur neuen Normalität geworden"

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Ein Krater klafft mitten auf einer Straße in Nowosofiwka, einem Ort im Südosten der Ukraine. Laut offiziellen Angaben sind hier bei einer neuen Runde russischer Raketenangriffe am Montag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine Anwohnerin beschreibt den Moment, als die Flugkörper einschlugen: "Meine beiden Nachbarn wurden getötet. Sie standen neben dem Auto und verabschiedeten ihren Sohn und ihre Schwiegertochter, die in einem nahe gelegenen Dorf wohnen. Sie gingen hinaus, um sie zu verabschieden, und wurden getötet. Ihr Haus ist auch zerstört." In der gesamten Ukraine wurde am Montag Luftalarm ausgelöst. In der Hauptstadt Kiew musste ein Treffen des UN-Kommissars für Menschenrechte, Volker Türk, mit Aktivisten in einem unterirdischen Bunker stattfinden. "Es gab eine Welle von Raketenangriffen auf die Ukraine, einige davon in der Nähe von Kiew. Sie können sich vorstellen, was das für die Bevölkerung bedeutet, es ist für sie fast zur neuen Normalität geworden. Aber es hat enorme Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, und das muss aufhören." Tausende von Zivilisten suchten Schutz und Wärme in der U-Bahn der Hauptstadt. Laut Angaben des Gouverneurs von Kiew waren 40 Prozent der Einwohner am Montag ohne Strom. "Ich hoffe, dass es keine großen Zerstörungen geben wird", sagt diese Frau. "Sie haben gewartet, bis die Temperatur auf -5, -6 Grad Celsius gesunken ist. Aber wir haben Decken, Schlafsäcke, Campinggas und die U-Bahn. Ich glaube, wir werden es aushalten, auch wenn sie heute etwas Zerstörung anrichten." Russland berichtete unterdessen am Montag ebenfalls von Zerstörungen auf seinem Staatsgebiet. Hunderte Kilometer von den Frontlinien in der Ukraine entfernt, wurden demnach zwei russische Luftwaffenstützpunkte von ukrainischen Drohnenangriffen getroffen. Drei Militärangehörige seien dabei getötet worden. Die Ukraine übernahm zunächst nicht die Verantwortung für den Vorfall. Russlands Präsident Wladimir Putin besuchte unterdessen einen Ort, der vor knapp zwei Monaten von Explosionen schwer beschädigt worden war: eine Brücke, die Russland mit der 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim verbindet. Russland sprach von einem Anschlag und machte die Ukraine dafür verantwortlich. Die Regierung in Kiew hat sich dazu bislang aber nicht bekannt.
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stern-online

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