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Russland-Affäre: Trump holt neuen Anwalt: Joe diGenova glaubt an FBI-Verschwörung

Die Untersuchung möglicher Russland-Verbindungen wird US-Präsident Donald Trump zusehends unangenehm. Nun beruft er einen neuen Anwalt in sein Team - und der glaubt ganz genau zu wissen, wer und was hinter den Russland-Ermittlungen steckt.

Anwalt Joe diGenova, hier neben seiner Frau Victoria (Archivbild von 2007), soll den US-Präsidenten Donald Trump gegen Sonderermittler Robert Mueller und Porno-Darstellerin Stormy Daniels verteidigen

Anwalt Joe diGenova, hier neben seiner Frau Victoria (Archivbild von 2007), soll den US-Präsidenten Donald Trump gegen Sonderermittler Robert Mueller und Porno-Darstellerin Stormy Daniels verteidigen

Getty Images

US-Präsident Donald Trump ist Opfer einer Verschwörung des FBI - nur deswegen laufen die Ermittlungen wegen seiner möglichen Russland-Verbindungen. Das glauben nicht etwa nur Trump-treue Wähler aus der US-Provinz, sondern auch der neue Anwalt, den Trump Montag in seinen Beraterstab geholt hat. Das berichten die "New York Times" und die "Washington Post". Joe diGenova sei schon lange ein Gegenspieler von Hillary und Bill Clinton. Nun solle er Trump vor allem an zwei Fronten helfen: In der Russland-Affäre, in der Sonderermittler Robert Mueller einfach nicht locker lässt, und im Fall von Stormy Daniels, der Ex-Porno-Darstellerin, die seit Wochen Schlagzeilen macht, weil sie mit Trump eine Affäre gehabt haben will.

Laut "New York Times" will diGenova eine "dreiste Verschwörung" ausgemacht haben. So sollen das FBI und das Justizministerium zusammengearbeitet haben, um die damalige Außenministerin Hillary Clinton in der Affäre um Dienst-Mails in ihrem privaten Mail-Account reinzuwaschen. Anschließend hätten die Führungsebenen - darunter FBI-Direktor James Comey - versucht, Trump zu ruinieren. "Sie haben versucht, einen neugewählten Präsidenten mit einer falschen Russland-Verschwörung fertigzumachen", sagte diGenova laut "New York Times" im Januar in einem Interview. "Sie haben sich verschworen, um ihn als Kandidaten zu ruinieren und um ihn als Präsidenten zu zerstören."

Joe diGenova gegen zu zahme Anwälte?

Dass Trump diGenova in sein Team holt, deutet darauf hin, dass er sich aggressiver als bisher gegen die Vorwürfe verteidigen möchte. Der US-Präsident beklagt sich laut "Washington Post", dass seine Anwälte ihn in der Russland-Affäre nicht genug schützten. Allerdings berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine anonyme Quelle aus Trumps Umfeld auch, dass er sich in der Affäre gar nicht mit seinen Anwälten berate, sondern Freunde anrufe und fernsehe. 

DiGenova arbeitet laut "New York Times" seit Jahrzehnten in den Justizkreisen Washingtons. Er war Staatsanwalt im District of Columbia und als unabhängiger Gutachter unter anderem damit beauftragt, herauszufinden, ob die Regierung unter George W. Bush bei der Suche nach belastenden Informationen über den damaligen Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton Gesetze gebrochen hat. Die Zeitung zitiert diGenova mit der 1995 getroffenen Aussage, die Untersuchung sei "unnötig" gewesen. Wahrscheinlich hofft Trump, dass diGenova das schon bald auch über die Untersuchung zur Russland-Affäre sagen kann.

Donald Trump Berater Stephen Bannon



tkr