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Schweden: Störfall in Atomkraftwerk

Beide Reaktoren des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark sind wegen Sicherheitsmängeln erneut vom Netz genommen worden. Wie der zum Vattenfall-Konzern gehörende Betreiber mitteilte, besteht Verdacht auf Lecks an Gummidichtungen der äußeren Reaktorwände.

Kraftwerkssprecher Claes-Inge Andersson sagte, wann die Reaktoren wieder ans Netz gehen könnten, sei völlig offen. Er bestritt jeden Zusammenhang mit der erneut laut gewordenen Kritik in der letzten Woche an Sicherheitsmängeln in Forsmark. Ein Sprecher der Strahlenaufsichtsbehörde SKi begrüßte die Abschaltung. Sie zeige, das die Sicherheitsprobleme dort ernst genommen würden.

Reaktoren sind 26 Jahre alt

Die beiden 26 Jahre alten Siedewasserreaktoren hatten im vergangenen Jahr nach einem als ernst eingestuften Störfall im Reaktor 1 zwei Monate still gestanden. Nach einem Kurzschluss waren Notstromaggregate für den Reaktor nicht wie vorgesehen automatisch angesprungen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Vattenfall- Tochter Forsmark Kraftgrupp wegen Verdachts auf strafbare Handlungen im unmittelbaren Gefolge des Störfalls. Umstritten ist, wie akut die Gefahrenlage nach dem Kurzschluss am 25. Juli war. Der zuständige Technikerausschuss für die Angestellten hatte in einem internen Papier den langfristigen "Verfall der Sicherheitskultur" in dem 150 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Kraftwerk moniert. Dieser sei auf massiv zunehmenden Druck zugunsten hoher Kapazitätsauslastung und immer nachlässigerem Umgang mit den Sicherheitsvorschriften zurückzuführen

DPA / DPA