Scotland Yard in Pakistan Bhutto starb nicht durch Schüsse


Erste Ergebnisse bei der Untersuchung des Attentats auf die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto: Die britische Polizei Scotland Yard dementierte das Gerücht, Bhutto sei bereits vor der Explosion einer Bombe erschossen worden. Alle drei abgegebenen Kugeln hatten sie verfehlt.

Die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist nach Ermittlungen von Spezialisten der Londoner Polizei Scotland Yard nicht wie ursprünglich angenommen durch Schüsse ums Leben gekommen. "Benazir Bhutto starb an einer schweren Kopfverletzung, die Folge der Bombenexplosion war", sagte der Leiter der pakistanischen Ermittlungskommission, Abdul Majeed, am Freitag in Islamabad. Dies gehe aus dem Bericht von Scotland Yard hervor.

Die Politikerin sei durch die Wucht der Explosion mit dem Kopf gegen den Rand der Öffnung im Dach ihres gepanzerten Wagens geschlagen, sagte Majeed. Drei Schüsse, die der Attentäter vor Zündung der Bombe mit einer Pistole abgefeuert hatte, hätten ihr Ziel verfehlt. Scotland Yard hatte sich auf Bitten des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf in die Ermittlungen eingeschaltet.

Scotland Yard bestätigt Regierungsdarstellungen

Bereits das pakistanische Innenministerium hatte Berichten widersprochen, nach denen Bhutto bereits vor der Explosion durch Schüsse in Kopf und Nacken tödlich verletzt worden sei. Bei dem Anschlag auf Bhutto, die zweimal Regierungschefin in Pakistan war, waren am 27. Dezember auch rund 20 ihrer Anhänger ums Leben gekommen.

Wie die Ermittler von Scotland Yard zu ihrem Untersuchungsergebnis kamen, war zunächst unklar. Eine Autopsie Bhuttos hatte auf Wunsch ihrer Familie nicht stattgefunden.

DPA DPA

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