Selbstmordattentat in Tel Aviv Tote durch Explosion auf Marktplatz


Ein 18-Jähriger, bewaffnet mit fünf Kilo Sprengstoff, hat sich auf einem Marktplatz in Tel Avivs Innenstadt in die Luft gesprengt. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas bekannte sich zu dem Anschlag.

Bei dem Selbstmordanschlag in der Innenstadt von Tel Aviv wurden nach Polizeiangaben drei Israelis mit in den Tod gerissen. Weitere 32 wurden verletzt. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP zu dem Anschlag. Bei dem Attentäter handele es sich um einen 18-Jährigen aus dem Flüchtlingslager Askar bei Nablus im Westjordanland, erklärte der Anrufer. Nach Polizeiangaben trug der Täter einen Gürtel mit fünf Kilogramm Sprengstoff am Körper.

Behörden fahnden nach weiterem Beteiligten

Polizisten durchsuchten in Tel Aviv Abfalleimer nach möglichen weiteren Sprengsätzen. Wie der Fernsehsender Kanal 2 berichtete, fahndeten Behörden außerdem nach einen Auto, in dem ein weiterer Beteiligter an dem Anschlag unterwegs sein sollte. Sanitäter behandelten benommene Marktkunden, Gemüse lag im weiten Umkreis verstreut. Die Explosion ereignete sich laut Augenzeugen in der Nähe eines Käsegeschäfts.

Der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erakat verurteilte den Anschlag. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, ihren Einfluss geltend zu machen, um den Friedensprozess wiederzubeleben.

Sharon erlaubt die Rückkehr Arafats

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bekräftigte unterdessen, dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat werde nach seiner Behandlung in Frankreich die Rückreise ins Westjordanland erlaubt. Arafat dürfe wieder nach Ramallah zurückkehren, ein Begräbnis des palästinensischen Präsidenten in Jerusalem werde er jedoch nicht zulassen, erklärte Scharon. "So lange ich Ministerpräsident bin, wird Arafat nicht in Jerusalem bestattet", sagte der Regierungschef laut Kabinettsmitgliedern am Sonntag. Außenminister Silvan Schalom bekräftigte im Fernsehsender CNN indes, auch eine Rückkehr Arafats sei ausgeschlossen.

Aus palästinensischen Kreisen verlautete, Arafat sei nach seiner Einlieferung in ein Militärkrankenhaus in Frankreich am Freitag weiter auf dem Weg der Besserung. Weitere Untersuchungsergebnisse sollen am Dienstag vorliegen, wie Erakat erklärte. Nach Angaben von Arafats Vertrauten Mohammed Raschid wird mit neuen Ergebnissen dagegen erst am Mittwoch gerechnet.

AP AP

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