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Simbabwe: Gequälter Politiker auf Intensivstation

Morgan Tsvangirai, Oppositionspolitiker in Simbabwe, ist auf einer Polizeiwache brutal misshandelt worden, erschien aber trotzdem vor Gericht. Nun wird er auf einer Intensivstation behandelt. US-Außenministerin Rice nannte das Regime in Simbabwe "skrupellos".

Simbabwes wichtigster Oppositionspolitiker, Morgan Tsvangirai, wird nach schweren Misshandlungen in Polizeihaft auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt. Auch mehrere andere Oppositionelle, die mit ihm bei einer Protestveranstaltung festgenommen worden waren, wurden in die Klinik in der Hauptstadt Harare gebracht. Das teilte ein Mitglied von Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) mit. Ein Gericht hatte die medizinische Untersuchung und Versorgung des Oppositionschefs und 50 weiterer Aktivisten angeordnet.

Tsvangirai war gesundheitlich schwer gezeichnet mit Prellungen am ganzen Körper, einem geschwollenen Auge sowie zersprungenen Lippen vor Gericht erschienen. Seine Anwälte hatten die von der Polizei bis dahin verweigerte Anhörung juristisch durchgesetzt. Unklar ist nach wie vor, was ihm vorgeworfen wird. Festgenommene müssen normalerweise nach 48 Stunden Haft freigelassen werden, sofern keine Anklage gegen sie verlesen wird.

Tsvangirai war auf dem Weg zu einer geplanten Massenandacht der Opposition in der Hauptstadt Harare festgenommen und dann mit Dutzenden anderen in Polizeihaft misshandelt worden. Ein junger Mann kam bei dem Polizeieinsatz ums Leben.

Sofortige Freilassung gefordert

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, forderte eine umfassende Untersuchung. "Diese Form von Repression und Einschüchterung einer friedlichen Versammlung ist nicht akzeptabel", betonte sie. US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte die Regierung von Robert Mugabe in einer Stellungnahme "skrupellos" und forderte die sofortige Freilassung der Festgenommenen.

Südafrikas Vize-Außenminister Aziz Pahad rief die Opposition im Nachbarland Simbabwe zum Dialog mit der Regierung auf. Zugleich appellierte er an die Regierung, die Rechte aller Simbabwer und "der verschiedenen Parteichefs zu respektieren". Südafrika sei besorgt, so Pahad. "Wir sind aber der Ansicht, dass die aktuellen Schwierigkeiten symptomatisch sind für die größeren politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich Simbabwe gegenüber sieht". Auch die Opposition stehe in der Pflicht, ein Klima für eine dauerhafte Lösung zu schaffen.

DPA / DPA