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Somalia Miliz verbietet Hilfsorganisationen die Arbeit


250.000 Menschen droht in Somalia der Hungertod, doch die radikalislamische Miliz Al-Schabaab blockiert erneut Hilfsorganisationen. Auch Unicef, das UNHCR und die deutsche GIZ sind betroffen.

Die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz hat 16 internationalen Hilfsorganisationen verboten, weiter in den von ihr kontrollierten Gebieten in Süd- und Zentralsomalia zu operieren. Die Rebellen warfen den Organisationen in einer Mitteilung unter anderem "illegale Aktivitäten und Fehlverhalten" vor. Zudem verbreiteten sie die "erniedrigenden Werte der Demokratie in einem islamischen Staat". Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) darf demnach nicht mehr in der Region arbeiten.

Unter den nun verbotenen Organisationen sei ein halbes Dutzend UN-Agenturen, darunter das Kinderhilfswerk Unicef, das Flüchtlingskomitee UNHCR und die Weltgesundheitsorganisation WHO, berichtete der arabische Sender Al-Dschasira am späten Montagabend. Bewaffnete Islamisten seien in Büros einiger Hilfsorganisationen eingedrungen und hätten Ausrüstung beschlagnahmt.

Somalia am Horn von Afrika leidet seit Monaten unter einer schweren Dürre. Viele Menschen sind gerade im besonders schwer betroffenen Süden des Landes auf Hilfe angewiesen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind noch immer 250.000 Menschen in dem Bürgerkriegsland akut vom Hungertod bedroht.

Die Al-Schabaab-Miliz kämpft seit Jahren gegen die Übergangsregierung in Mogadischu. Bereits seit Monaten hat sie immer wieder Hilfslieferungen an die leidende Bevölkerung blockiert. Ziel der Gruppe ist es, in der Region eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchzusetzen.

cjf/DPA DPA

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