Steinmeier Video-Appell an die Entführer


Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will sich über den arabischen Sender Al-Dscharisa an die Entführer der beiden deutschen Ingenieure wenden. Bislang hat das Auswärtige Amt noch keinen Kontak zu den Kidnappern.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier kündigte am Freitag an, dass im Laufe des Nachmittags über den arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira eine Erklärung ausgestrahlt werden solle, in der er sich direkt an die Geiselnehmer wende. Darin habe er dazu aufgerufen, die beiden Deutschen schnellstmöglich freizulassen.

Am Dienstag hatten die Entführer ebenfalls eine Videobotschaft bei Al-Dschasira ausstrahlen lassen: Sie hatten gedroht, ihre Geiseln zu töten, fall die Bundesregierung ihre Forderungen nicht innerhalb von 72 Stunden erfülle. Die Kidnapper verlangen, dass die Bundesregierung die Botschaft in Bagdad schließt und die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung beendet.

Ein deutsch-dänisch-irakisches Problem

Steinmeier formulierte in Berlin zugleich seine Sorge, der Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen könne den Entführungsfall zusätzlich belasten. "Sicher ist richtig, das haben wir gestern bei den Eruptionen in den palästinensischen Gebieten gespürt, dass dieser Karikaturen-Streit Einfluss auf die Stimmung der arabischen Ländern hat", sagte Steinmeier. "Wir geben uns alle Mühe, um das in den nächsten Tagen zu dämpfen."

Zur Entführung könne er nichts neues mitteilen, sagte Steinmeier weiter. "Es ist uns leider bisher nicht gelungen, direkten Kontakt zu den Entführern zu bekommen." Die beiden Ingenieure einer Firma bei Leipzig waren am 24. Januar in der Region von Baidschi nördlich von Bagdad verschleppt worden.

Reuters Reuters

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