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Störfall: Drittes Schweden-AKW meldet Probleme

Wegen eines Wasserlecks musste im größten schwedischen Atomkraftwerk Ringhals einer der vier Reaktoren heruntergefahren werden. Die KOnsequenz dieser Pannen-Serie: Nun kommt eine internationale Untersuchung.

Der schwedische Vattenfall-Konzern hat nach zwei Reaktoren im Atomkraftwerk Forsmark auch einen seiner Reaktoren im Kernkraftwerk Ringhals aus Sicherheitsgründen abgestellt. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sei die genaue Ursache für "ein kleines Leck" am Einschluss kurz nach der Abschaltung des 1975 in Betrieb genommenen Reaktors ermittelt worden. Dennoch galt der Zeitpunkt für die erneute Inbetriebnahme als offen. Bei dem Zwischenfall habe keine Gefahr für die Beschäftigten bestanden, betonte ein Sprecher der Anlage rund 500 Kilometer südwestlich von Stockholm.

Kleine Mengen Radioaktivität

Das dritte schwedische Atomkraftwerk Oskarshamn meldete am Freitag Probleme mit Lecks im Kühlwassersystem. Wie der zum deutschen Konzern Eon gehörende Betreiber OKG mitteilte, seien kleine Mengen Radioaktivität in einer Salzwasserleitung gefunden worden, die strahlenfrei sein sollte.

Wie die Zeitung "Göteborgs-Posten" am selben Tag berichtete, hat die Atomaufsichtsbehörde SKI Vattenfall offiziell wegen Vernachlässigung der Sicherheit in Ringhals kritisiert. So habe man den ältesten der vier Reaktoren im Januar 14 Tage weiterlaufen lassen, obwohl Probleme am Kühlsystem für Reaktor 1 bekannt gewesen seien.

Drei von 16 AKWs stehen still

Die Behörde hatte nach immer massiverer Kritik an Sicherheitsproblemen im Kraftwerk Forsmark den Betrieb von zwei der dortigen drei Reaktoren verboten. Damit stehen drei der insgesamt zehn schwedischen Atommeiler aus Sicherheitsgründen still. Die Kernkraft steht für etwa die Hälfte der Stromerzeugung in dem skandinavischen Land.

Nach dieser Pannenserie in schwedischen Kernkraftwerken hat die Atomaufsichtsbehörde des Landes internationale Inspektionen angeordnet. Demnach sollen Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Sicherheit überprüfen. Erst am Mittwoch hatte die Aufsichtsbehörde entschieden, der erste Reaktor in Forsmark dürfe nach einem Störfall vorerst nicht wieder ans Netz gehen. Forsmark 1 wurde Anfang Februar wegen eines Dichtungsschadens abgeschaltet, der Direktor des Kraftwerks trat daraufhin zurück. Auch Forsmark 2 darf nach einer behördlichen Anordnung erst wieder ans Netz gehen, wenn der Betreiber - das staatliche Energieunternehmen Vattenfall - einen ausführlichen Bericht über seine Sicherheitskontrollen in dem Kraftwerk erstellt.

Vattenfall-Reaktoren werden als erste geprüft

Die Atomanlagen in Forsmark, rund 100 Kilometer nördlich von Stockholm, sollen nun als erste von IAEA-Inspektoren überprüft werden. Es gelte, das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder herzustellen, sagte Behördensprecher Anders Jorle. In dem Kraftwerk sind binnen drei Monaten bereits drei Störfälle aufgetreten. Auch in Ringhals wurden des öfteren Probleme registriert, zuletzt ein Feuer im vergangenen November, das zur vorübergehenden Schließung eines Reaktors führte.

DPA/AP / AP / DPA