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Terror-Anschläge in Indien: Helfer der Mumbai-Attentäter geschnappt

Erste Festnahmen nach der blutigen Anschlagsserie von Mumbai: Die indische Polizei hat in Kalkutta zwei Männer verhaftet, die den Attentätern Handy-Sim-Karten besorgt haben sollen. Unterdessen wurde aus Angst vor neuen Terroranschlägen über die großen Flughäfen des Landes die höchste Alarmstufe verhängt.

In Indien sind zwei mutmaßliche Helfer der Attentäter der Anschläge von Mumbai festgenommen worden. Die beiden Männer sollen nach Angaben der Polizei vom Samstag die Attentäter mit Sim-Karten für Mobiltelefone beliefert haben, die sie über gefälschte Unterlagen besorgt hätten. Den Männern wird Verschwörung und Fälschung vorgeworfen. Es waren die ersten Festnahmen nach den Anschlägen Ende November in Mumbai.

Über die Handys hätten die Attentäter während ihres Sturmlaufs in Mumbai Kontakt gehalten, erklärte die Polizei in Kalkutta. Bei der Anschlagsserie waren 163 Zivilisten und indische Sicherheitskräfte getötet worden. Darüber hinaus wurden neun Attentäter getötet, ein zehnter wurde festgenommen. Indien und die USA vermuten die pakistanische Untergrundgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) hinter den Anschlägen. Diese belasteten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Indien und Pakistan zusätzlich. Beide asiatische Staaten verfügen über Atombomben.

Wie die Zeitung "Dawn" berichtete, versetzte zwei Tage nach Beginn der Anschläge in Mumbai ein Anruf bei Pakistans Präsident Asif Ali Zardari den Staat in Alarmbereitschaft. Der Anrufer habe sich als Indiens Außenminister ausgegeben und Zardari mit Militäraktionen gedroht, sollte er nicht sofort Maßnahmen gegen die Anschläge ergreifen. Ein Diplomat mit Kenntnissen der Vorgänge sagte zu Reuters: "Es stimmt." Der Zeitung zufolge hat der Anrufer auch versucht, zu US-Außenministerin Condoleezza Rice durchgestellt zu werden, scheiterte aber an den Sicherheitsvorkehrungen.

Die indischen Sicherheitskräfte verhängten unterdessen über die großen Flughäfen des Landes am Samstag die höchste Alarmstufe. An den internationalen Airports in Neu Delhi, Bangalore und Madras sei die "maximale" Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Zivilluftfahrt in Neu Delhi. Die Behörden erhielten nach eigenen Angaben vor einigen Tagen eine E-Mail mit der Androhung von Anschlägen auf Flughäfen, Geiselnahmen und Flugzeugentführungen. Am 6. Dezember jährt sich zum 16. Mal die Zerstörung einer Moschee im Norden des Landes durch hinduistische Extremisten.

Reuters/AFP / Reuters