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Terror in Mumbai: Bevölkerung wirft Politikern Versagen vor

"Wann kann sich der einfache Mann endlich sicher fühlen?" Nach den Anschlägen in Mumbai haben sich hunderte Menschen in der Stadt zu Protesten versammelt. Sie werfen den Politikern Versagen im Kampf gegen den Terror vor. Indiens Regierung will derweil die Anti-Terror-Maßnahmen verstärken.

Nach dem Ende des Terrordramas von Mumbai wächst in der Bevölkerung der Unmut über die politische Führung. In der westindischen Metropole versammelten sich am Sonntag hunderte Menschen vor dem Luxushotel "Taj Mahal" zu einer Protestkundgebung. Die Demonstranten warfen der Regierung Scheitern vor. Die politische Führung habe es nicht geschafft, mit dem Terrorismus fertig zu werden. Dagegen lobten die Teilnehmer das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Im "Taj Mahal" hatten sich die letzten Terroristen verschanzt gehalten. Eliteeinheiten hatten das Gebäude am Samstag endgültig eingenommen.

Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Wir ziehen den Hut vor der Mumbaier Polizei" oder "Wann kann sich der einfache Mann endlich sicher fühlen". Ein Demonstrant sagte der Nachrichtenagentur IANS zufolge: "Die Eliteeinheit NSG, die Armee und die Polizei haben ihr Bestes gegeben, um mit der Krise fertig zu werden, aber was haben denn die Politiker getan?"

Die indische Regierung kündigte am Sonntag an, den Anti-Terror-Kampf zu stärken. Dafür solle eine zentrale Ermittlungsbehörde aufgebaut werden, teilte Premierminister Manmohan Singh in Neu Delhi mit. Zudem werde die Überwachung des indischen Luftraums sowie der Küstengewässer verbessert. Auch die in Mumbai eingesetzte Elite-Einheit NSG (National Security Guard) werde weiter ausgebaut und umstrukturiert, erklärte Singh. NSG-Kommandos waren erst mehrere Stunden nach Beginn des Terrorangriffs in Mumbai eingetroffen.

Bei den Anschlägen in Mumbai waren mehr als 180 Menschen getötet worden, darunter indischen Angaben zufolge auch drei Deutsche. Nach scharfer Kritik am Krisenmanagement traten am Sonntag der Innenminister und der Nationale Sicherheitsberater zurück.

Unterdessen sicherte der pakistanische Staatspräsident Asif Ali Zardari Indien die uneingeschränkte Unterstützung seiner Regierung bei der Aufklärung der Terroraktion zu. Sollte es schlagkräftige Beweise für die Beteiligung von Einzelpersonen oder Gruppen aus Pakistan an den Anschlägen geben, werden er "ohne zu zögern gegen diese Leute vorgehen", sagte Zardari am Sonntag in einem Interview dem indischen Sender CNN-IBN. Auch Terrorlager würden geschlossen und die Hintermänner zur Verantwortung gezogen, so Zardari.

Indische Medien hatten unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, die Angreifer seien von der aus Pakistan operierenden radikalislamischen Organisation Lashkar-e-Toiba auf den Angriff in Mumbai vorbereitet worden. Auch Neu Delhi hatte "Elemente" im Nachbarland für die beispiellose Terroraktion verantwortlich gemacht.

AP / AP