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Terror in Nigera: Über 50 Tote nach Massaker

Massenmord im Streit um Land, religiös motivierter Terror: Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Im Land herrscht Entsetzen. Der Präsident verhängt über einzelne Regionen den Ausnahmezustand.

Im Streit zweier Ortschaften um Land sind am Samstag in Nigeria mehr als 50 Menschen niedergemetzelt worden. Nach Berichten nigerianischer Medien drangen Bewaffnete am frühen Morgen in den Ort Ezillo im südöstlichen Bundesstaat Ebonyi ein und eröffneten das Feuer auf die Bewohner. Unter den mindestens 52 Toten seien zahlreiche Kleinkinder und alte Leute, berichtete die nigerianische Zeitung "The Guardian" online.

Ganze Familien sollen ausgelöscht worden sein. Bei der Attacke habe es zudem zahlreiche Verletzte gegeben. Auch Häuser und Geschäfte seien in Brand gesteckt worden. Die Täter waren offenbar mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren bewaffnet. "Nur Gott kann solche barbarischen Taten rächen", sagte der Gouverneur Martin Elechi.

Hintergrund des Überfalls sei ein Streit der Bewohner der Orte Ezza und Ezillo um Land, schrieb die Zeitung. Bereits vor einigen Jahren hatte es dort blutige Nachbarschaftsfehden gegeben.

Terror durch radikalislamische Sekte

Davon unabhängig verhängte Präsident Goodluck Jonathan Silvester über vier Regionen im Norden Nigerias den Ausnahmezustand und schloss Grenzen zu Nachbarländern. Anlass waren Bombenanschläge auf Kirchen und in der Nähe einer Moschee. Betroffen sind Gegenden, in denen die radikalislamische Sekte Boko Haram besonders aktiv ist. Es handele sich um vorübergehende Maßnahmen, sagte Jonathan im Staatsfernsehen.

Bei den Bombenanschlägen auf Kirchen waren über Weihnachten insgesamt mehr als 40 Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen hatte sich Boko Haram bekannt. Aus Angst vor neuen Attacken hatten zahlreiche Kirchen Mitternachtsmessen und Gottesdienste in der Silvesternacht abgesagt. Die Extremisten von Boko Haram, die westliche Kultur und das Christentum radikal ablehnen, hatten Anschläge auf christliche Neujahrsfeiern angekündigt.

Am Freitag waren bei einer Bombenexplosion in der Stadt Maiduguri nahe einer Moschee nach Polizeiangaben mindestens fünf Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die Stadt gilt als Hochburg der radikalislamischen Sekte. Anwohner sagten, der Anschlag gehe auf das Konto von Boko Haram, andere vermuteten einen Vergeltungsschlag christlicher Gruppen. Führer des Muslimverbandes Jama'tu Nasril Ilsam versprachen, gemeinsam mit christlichen Vertretern gegen die Bodo Haram vorzugehen.

ono/DPA / DPA
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