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TERROR: John Walker Lindh zu 20 Jahren Haft verurteilt

Wegen Mitgliedschaft in der afghanischen Taliban-Miliz wurde der US-Bürger John Walker Lindh zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Vier US-Bürger unter Terrorverdacht verhaftet.

Der verurteilte Walker Lindh bekundete in einer persönlichen Erklärung Reue über sein Verhalten. Unter Tränen sagte er am Freitag vor dem Gericht in Alexandria im US-Staat Virginia, wenn er gewusst hätte, dass die Taliban dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden Unterschlupf böten, hätte er sich ihren Truppen niemals angeschlossen.

»Ich habe einen Fehler gemacht, indem ich mich den Taliban anschloss«, sagte der 21-jährige Kalifornier. Er habe die Nordallianz in Afghanistan bekämpfen wollen und nie damit gerechnet, auf Amerikaner zu treffen. Die Terroranschläge vom 11. September seien mit dem Islam nicht vereinbar.

Keine Vermarktung in den Medien

Bezirksrichter T.S. Ellis III. folgte mit seinem Urteil einer Vereinbarung zwischen Lindhs Anwälten und der Staatsanwaltschaft. Darin erklärte sich Lindh zur umfassenden Zusammenarbeit mit den Behörden bereit und verzichtete darauf, seine Geschichte in den Medien zu vermarkten. Im Gegenzug verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Forderung nach einer lebenslangen Haftstrafe.

Lindh wurde Ende vergangenen Jahres nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan festgenommen. Er wurde am 23. Januar in die USA zurückgebracht und ist seitdem in Haft. Vor Gericht bekannte er sich zur Unterstützung der Taliban und zum Transport von Sprengstoff.

Unterdessen wurden in den US-Staaten Oregon und Michigan vier US-Bürger unter dem Verdacht terroristischer Verschwörung verhaftet. Den Beschuldigten wurde am Freitag vorgeworfen, sie hätten versucht, sich dem Terrornetzwerk El Kaida anschließen wollen. Der Leiter des Islamischen Zentrums in Portland, Oregon, Alaa Abunijem, sprach nach den Verhaftungen von einer Hexenjagd gegen die islamische Gemeinschaft in den USA.