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US-Magazin "Time"-Cover zeigt das Chaos, das Donald Trump Joe Biden hinterlassen hat

Links ziehen Demonstranten durch Portland, rechts lächelt eine junge schwarze Frau in gelbem Mantel und mit rotem Haarreif
Sehen Sie im Video: Linksextreme randalieren in Portland – Biden übernimmt gespaltenes Land.




Für viele Amerikanerinnen und Amerikaner ist der Machtwechsel in den USA eine große Erleichterung, gerade für die, die sich nach einer Überwindung des Rassismus sehnen. Fast symbolisch für die Hoffnung vieler war der Auftritt der jungen Aktivistin und Dichterin Amanda Gorman bei Bidens Amtseinführung. "Und ja, wir sind weit davon entfernt, makellos zu sein, aber das bedeutet nicht, dass wir danach streben, eine Gemeinschaft zu bilden, die perfekt ist. Wir streben danach, unsere Gemeinschaft in dem Stil zu prägen, dass ein Land entsteht, das sich allen Kulturen, Farben, Charakteren und Bedingungen des Menschen verpflichtet fühlt. Und so heben wir unsere Blicke nicht auf das, was zwischen uns steht, sondern auf das, was vor uns steht. Wir schließen die Kluft, weil wir wissen, dass wir zuerst unsere Unterschiede beiseitelegen müssen, um unsere Zukunft in den Vordergrund zu stellen." Ein weißer Präsident und eine Vizepräsidentin mit indisch-jamaikanischen Wurzeln - vielen reicht das noch nicht. "Wir wollen nicht Biden, wir wollen Rache" - stand auf dem Transparent dieser Demonstrierenden in Portland am Mittwoch. Teilnehmer der Kundgebung "J20" forderten Gerechtigkeit für Polizeigewalt, Rassismus und die Trennung vieler Einwandererfamilien - sie wollen die Abschaffung der amerikanischen Behörde für Zoll und Einwanderung. Bei ihren Willensbekundungen beschädigten einige Teilnehmer Gebäude, unter anderem wurde die Glastür der Demokratischen Partei in Oregon eingeschlagen. Nach Meinung vieler Politikexperten, wird es für Biden mit die größte Aufgabe sein, für Frieden innerhalb der eigenen Bevölkerung zu sorgen. Neben einer großen Polarisierung im linksextremen Block, hat sich gerade unter der Trump-Administration der rechte Flügel vergrößert und radikalisiert. Nach Berichten des Wall Street Journals und Quellen aus dem Umfeld Trumps, wolle der ehemalige US-Präsident eine neue Partei gründen - sie soll angeblich die patriotische Partei heißen.
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Den neuen US-Präsidenten Joe Biden erwartet nach vier Jahren Donald Trump viel Arbeit. Das Magazin "Time" zeigt auf der Titelseite seiner neuen Ausgabe metaphorisch, welche Herausforderungen Biden bewältigen muss.

Als Joe Biden vor zwei Tagen seine Hand auf die mehr als 120 Jahre alte Bibel seiner Familie legte und den Amtseid des US-Präsidenten ablegte, wusste er genau, was auf ihn zu kommt: "Wir haben in diesem Winter voller Gefahren und bedeutender Möglichkeiten viel zu tun. Viel zu reparieren, viel zu restaurieren, viel zu heilen, viel aufzubauen und viel zu gewinnen", verkündete der 78-Jährige in seiner Antrittsrede. "Nur wenige Menschen in der Geschichte unserer Nation wurden mehr herausgefordert oder fanden eine Zeit herausfordernder oder schwieriger als die Zeit, in der wir jetzt sind."

Joe Biden in einem verwüsteten Oval Office

Auch das Nachrichtenmagazin "Time" hat sich mit den Herausforderungen beschäftigt, die vor dem 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten liegen. Die Titelseite der neuen Ausgabe der Wochenzeitschrift zeigt metaphorisch, welches Chaos Donald Trump seinem Nachfolger hinterlassen hat.

Biden steht auf der Illustration des US-Künstlers und langjährigen "Time"-Mitarbeiters Tim O'Brien in einem Oval Office, das von seinem vorherigen Bewohner gründlich verwüstet wurde. In dem weltberühmten offiziellen Arbeitszimmer des US-Präsidenten stapeln sich überall vernachlässigte Akten und Papiere. Ein weggeworfener "Make America Great Again"-Hut und ein Megafon liegen auf dem Boden. Halb aufgegessene Pommes frites und Ketchup schwappen über den Rand des Resolute-Desks. Der Schreibtisch, ein Geschenk der britischen Königin Victoria aus dem Jahr 1880, und die schweren, goldenen Vorhänge sind mit Graffiti besprüht.

Im Hintergrund steht Präsident Biden und blickt scheinbar tief in Gedanken versunken aus einem Fenster auf die Außenwelt, die in Flammen zu stehen scheint. Die Titelzeile lautet "Day One".

Illustrator O'Brien hat sein Werk auf Twitter gepostet und erklärt, was ihn dazu inspiriert hat: "Nachdem ich darüber nachgedacht habe, wo wir als Nation stehen, was gerade in Washington passiert ist und was Joe Biden bevorsteht, wenn er das Amt des Präsidenten übernimmt, habe ich in den vergangenen Tagen an einem Beitrag gearbeitet, der jetzt auf dem Cover der neuen Ausgabe des "Time"-Magazins ist", twitterte er.

Das Essay, zu dem O'Brien das Bild malte, trägt den Titel "How President Biden Handles a Divided America Will Define His Legacy" (Wie Präsident Biden mit einem geteilten Amerika umgeht, wird sein Vermächtnis definieren). "Time"-Korrespondentin Charlotte Alter zitiert darin eine Passage aus Bidens Antrittsrede von Mittwoch: "Wir haben wieder einmal gelernt, dass Demokratie kostbar ist, dass Demokratie zerbrechlich ist. Und in dieser Stunde, meine Freunde, hat die Demokratie gesiegt."

Dann ergänzt sie: "Aber nur knapp. Biden führt nun ein Land, das gespalten ist zwischen Amerikanern, die an Fakten glauben, und Amerikanern, die ihnen misstrauen, zwischen denen, die eine multirassische Republik wollen, und denen, die versuchen, nicht-weiße Stimmen für ungültig zu erklären, zwischen denen, die an demokratische Institutionen glauben, und denen, die nur an Trump glauben."

Quellen: White House"Time", "Huffington Post", "Addage", Tim O'Brien auf Twitter


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