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Tonbandbotschaft: "Ich bin immer noch im Irak"

Der arabische TV-Sender El Dschasira hat eine neue kämpferische Tonbandbotschaft ausgestrahlt, die vom entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein stammen soll.

Der arabische TV-Sender El Dschasira hat am Freitag eine neue kämpferische Tonbandbotschaft ausgestrahlt, die vom entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein stammen soll. Darin nennt die angebliche Saddam-Stimme als Datum der Aufzeichnung den 14. Juni 2003 und sagt: "Ich bin immer noch im Irak".

Zum bewaffneten Widerstand aufgerufen

Die Iraker wurden in der Botschaft zum bewaffneten Widerstand gegen die Besatzungsmacht aufgerufen. Weiter hieß es darin, im Irak hätten sich bereits "Bataillone für den Heiligen Krieg" gebildet. Erst am Donnerstag hatte die US-Regierung eine Belohnung von 25 Millionen US-Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Gefangennahme des gestürzten Ex-Präsidenten führen.

Ähnlichkeit mir Saddams Stimme

Arabische Beobachter erklärten, die nicht sehr deutliche Stimme auf dem Tonband ähnele der Stimme Saddam Husseins stark. Auch der von El Dschasira befragte Saddam-Gegner und ehemalige irakische Geheimdienstchef Wafik el Samarai hielt das Band für authentisch. Die Besatzungstruppen im Irak hatten in den vergangenen Wochen ihre Suche nach dem verschwundenen Ex-Diktator intensiviert und versucht, frühere Unterstützer Saddams aus der Region zur Zusammenarbeit zu bewegen.

"Wir haben alles geopfert, aber nicht unsere Prinzipien"

Die angebliche Saddam-Stimme räumt ein, es sei wegen der Besatzung des Landes momentan schwierig, mit einer Botschaft zum irakischen Volk durchzudringen. "Wir haben alles geopfert, aber nicht unsere Prinzipien", heißt es auf dem Band weiter. Die Zahl der von Irakern nach dem US-Einmarsch in Bagdad getöteten amerikanischen Soldaten sei deutlich höher, als von der US-Armee angegeben.

Saddam Hussein war am 9. April, als die Amerikaner die Kontrolle in der Hauptstadt übernahmen, in Bagdad untergetaucht. Seine Spur verliert sich im nördlichen Stadtteil Adhamija. Zahlreiche Angehörige des alten Regimes wurden von der US-Armee seither festgenommen, darunter Saddams Privatsekretär. Das Schicksal der meisten Mitglieder des engsten Führungszirkels, zu dem unter anderem Saddams Söhne Udai und Kusai sowie Vizepräsident Taha Jassin Ramadan gehörten, ist jedoch unbekannt.

Bereits im Mai war ein angeblich von Saddam Hussein stammendes Tonband in Bagdad einer australischen Zeitung zugespielt worden. Darin hieß es ebenfalls, die Iraker sollten "die Feinde aus dem Land werfen". Auf dem nun aufgetauchten neuen Band deutet die Stimme jedoch an, dass dies die erste Botschaft nach der Besetzung des Landes sei.

DPA