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Anekdote eines Außenministers: Trump wollte schon 1991 Dänemarks Königin treffen – doch sie floh lieber durch die Hintertür

Donald Trump wurde von Königin Margrethe II. zum Staatsbesuch in Dänemark eingeladen, den er aber abgesagt hat. Einem dänischen Ex-Außenminister fiel da nun eine Anekdote ein: Trump wollte die Regentin schon 1991 in New York treffen - was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. 

Donald Trump (l.) und Dänemarks Königin Margrethe II.

Donald Trump (l.) und Dänemarks Königin Margrethe II. 

AFP / DPA

Am 2. und 3. September sollte Donald Trump Dänemark einen Staatsbesuch abstatten. Er hätte dabei Ministerpräsidentin Frederiksen und Königin Margrethe II getroffen. Aber nach dem Hin- und Her über Trumps Interesse am Kauf Grönlands hat der US-Präsident kurzfristig seinen Besuch abgesagt. Dabei hatte er sich einen Besuch bei der Königin gewünscht, die seinem Wunsch nachkam und ihn einlud.

Schon 1991 war Trump - damals noch Geschäftsmann und Immobilienmogul - offenbar ganz wild darauf, Königin Margrethe zu treffen. Das schreibt zumindest der damalige Außenminister Uffe Ellemann-Jensen im 2018 erschienenen Buch "Du große Welt", in dem er gemeinsam mit dem ebenfalls ehemaligen Außenminister Mogens Lykketoft über seine Zeit als Außenminister von 1982 bis 1993 berichtet. Der dänische Sender TV2  und die dänische Zeitung "Politiken" zitieren nun aus dem Buch.

Trump wollte sich mit Königin ablichten lassen

In einem Kapitel beschreibt Ellemann-Jensen eine eigenartige Begegnung in New York. Königin Margrethe weilte damals mit Prinz Henrik zu einem Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten, zu dem der damalige Präsident George Bush Senior als Gastgeber eingeladen hatte. Ellemann-Jensen war als dänischer Außenminister mit dabei.

Nachdem der offizielle Teil des Staatsbesuchs in Washington zu Ende war, reiste die dänische Delegation nach New York, wo sie im Hotel Plaza zu übernachten, welches Donald Trump gehörte. Und hier war es, wo sich Donald Trump unbedingt mit der Königin treffen wollte. "Er drängelte sich vor und wollte sich mit der Königin treffen, um mit ihr fotografiert zu werden", schreibt Ellemann-Jensen im Buch. "Ich bekam einen diskreten Hinweis, dass ihre Majestät dies für keine ausgezeichnete Idee hielt, so dass es eine Aufgabe für einen Außenminister sein musste. Also ging ich raus und ließ ihn anhalten, während ihre Majestät durch eine Hintertür in die Stadt entkam, und ich landete mit Trump und seinem Assistenten in einem Besprechungsraum."

"Gefühllos, dumm und uninteressiert" 

"Trump wirkte gefühllos, dumm und uninteressiert", urteilt der Ex-Außenminister über den heutigen Präsidenten in seinem Buch. Ellemann-Jensen hätte Trump "Räuberpistolen" über Grönland erzählen müssen, um ihn an der Stange zu halten. Etwas, das scheinbar wirkte. Denn als das Meeting vorbei war, sagte Trumps Assistent dem Außenminister, dass er beeindruckt gewesen sei, wie das Treffen verlief, so Ellemann-Jensen. "Wow, er hat Ihnen zugehört. Trump hat nicht die größte Konzentrationsfähigkeit, aber Sie haben sein Interesse geweckt", soll der Assistent zu ihm gesagt haben.

Zu einem Treffen zwischen Königin Margrethe und Trump kam es in New York also nie. Die damalige Hofreporterin Bodil Cath erzählte dem Sender über den New-York-Besuch: "Einen Geschäftsmann wie Donald Trump zu treffen, wäre überhaupt nicht der Stil der Königin. Sie hat sich immer an die Etikette und das offizielle Programm gehalten. Sie weicht nicht davon ab."

US-Präsident Donald Trump

Donald Trump wird nachgesagt, dass er eine Schwäche für Königshäuser und Royales habe. Sowohl 2018 und 2019 traf der US-Präsident bei Besuchen in Großbritannien Königin Elisabeth II.

Quelle: TV2, "Politiken"

rw