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Wahl in der Türkei: Erdogan-Herausforderer Ince lockt riesige Menschenmenge an

Er ist Erdogans gefährlichster Gegner: Muharrem Ince tritt für die Oppositionspartei CHP bei den Präsidentschaftswahlen in der Türkei an. Bei einer Kundgebung des Kandidaten in Izmir gab es nun einen gewaltigen Andrang.

Wahlkampfveranstaltung des türkischen Präsidentschaftskandidaten Muharrem Ince Donnerstagabend in Izmir

Menschen, so weit das Auge reicht: Eine Wahlkampfveranstaltung des türkischen Präsidentschaftskandidaten und Erdogan-Herausforderers Muharrem Ince am Donnerstagabend in Izmir

AFP

Vor der Wahl in der Türkei hat der Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei CHP in der westtürkischen Küstenmetropole Izmir ein Millionenpublikum angezogen. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete nach der Rede von Muharrem Ince vom Donnerstagabend von "einer der größten Oppositionsveranstaltungen seit Jahren". Nach Angaben des Kandidaten selbst kamen zu seiner Veranstaltung drei Millionen Menschen. Selbst regierungsnahe Medien meldeten zwei bis zweieinhalb Millionen Zuschauer. Izmir ist eine Hochburg der kemalistischen Mitte-Links-Partei CHP.

Bilder zeigten dichtgedrängte Menschenmassen, die über weite Strecken die Uferpromenade der drittgrößten Stadt des Landes füllten. Ince liegt in Umfragen vor der Wahl an diesem Sonntag an zweiter Stelle hinter Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Sollte Erdogan am Sonntag eine absolute Mehrheit verfehlen - was Umfragen zufolge möglich ist -, müsste er am 8. Juli aller Voraussicht nach gegen Ince in eine Stichwahl.

Viele TV-Sender berichteten live, brachen die Übertragung aber ab, als ein Flugzeug mit Präsident Erdogan an Bord zur ersten offiziellen Landung auf dem neuen Mega-Flughafen in der Hauptstadt Istanbul ansetzte. Der Flughafen, einer der größten der Welt, soll im Oktober eröffnet werden. Wahlbeobachter und Menschenrechtler kritisieren, dass ein Großteil der türkischen Medien unter direkter oder indirekter Kontrolle der Regierung steht und der Opposition wenig Raum gibt. Wahlkampfreden von Erdogan dagegen übertragen die wichtigsten Sender mehrmals täglich und in voller Länge live.

mad / AFP