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Tunesiens Ex-Präsident: Justiz sucht Ben Ali mit internationalem Haftbefehl

Gegen den tunesischen Ex-Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und seine Ehefrau Leila Trabelsi ist ein internationaler Haftbefehl ausgestellt worden. Die Justiz in ihrem Heimatland wirft ihnen unter anderem die "illegale" Aneignung von Vermögen vor.

Die tunesische Justiz hat einen internationalen Haftbefehl gegen den geflohenen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und seine Ehefrau Leila Trabelsi ausgestellt. Ben Ali und seiner Frau würden "illegale Aneignung von Vermögen" und "illegaler Devisentransfer ins Ausland" vorgeworfen, sagte der tunesische Justizminister Lazhar Karoui Chebbi am Mittwoch vor Journalisten in Tunis.

Chebbi kündigte zugleich an, im Zusammenhang mit den gewaltsamen Unruhen sechs Angehörige von Ben Alis Präsidentengarde vor Gericht zu stellen.

Ben Ali und seine Frau waren am 14. Januar nach wochenlangen Protesten der Bevölkerung ins Exil nach Saudi-Arabien geflohen.

Unterdessen ist es in der tunesischen Hauptstadt Tunis erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizisten und regierungsfeindlichen Demonstranten gekommen. Polizisten in Kampfmontur setzten Tränengas ein. Die überwiegend jungen Demonstranten bewarfen die Beamten mit Steinen. Die mehrere Hundert Demonstranten forderten erneut den Rücktritt aller Minister, die bereits für den geflohenen Präsidenten Ben Ali gearbeitet haben.

Im Laufe des Tages soll die amtierende Übergangsregierung umgebildet werden. Bei ihrer Nominierung am 17. Januar haben fünf designierte Minister aus Protest ihre Posten nicht angetreten. Bei ihnen handelt es sich um drei Gewerkschafter, einen Oppositionellen sowie einen früheren Anhänger des geflohenen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali. Auch einige Botschaftsposten sollten neu besetzt werden, hatte ein Regierungssprecher angekündigt.

kng/AFP/DPA / DPA
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