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Islamisten-Chef in Tunis angekommen Rachid Ghannouchi kehrt nach Tunesien zurück


Hunderte bejubeln ihn bei seiner Ankunft am Flughafen in Tunis. "Die Muslime werden nicht aufgeben", rufen sie. Der Führer der islamistischen Ennahda-Bewegung ist nach 22 Jahren nach Tunesien zurückgekehrt. Rachid Ghannouchi hatte seit der Verbannung durch den mittlerweile gestürzten Präsidenten Zine al-Abdine Ben Ali 1989 in London gelebt.

Mehrere hundert Anhänger haben den Anführer der tunesischen Islamistenbewegung, Rached Ghannouchi, am Sonntag bei seiner Ankunft in Tunis begeistert empfangen. Der 69-Jährige hatte mehr als zwei Jahrzehnte in London im Exil verbracht. Vor seiner Rückreise in die Heimat hatte Ghannouchi betont, dass er kein politisches Amt anstrebe.

Mit dem gleichnamigen tunesischen Ministerpräsidenten ist der Islamistenführer nicht verwandt. Die tunesische Verfassung verbietet religiöse Parteien. Die Islamisten gelten in Tunesien als relativ schwach.

Seit der jüngsten Kabinettsumbildung hat sich die Lage in Tunesien einigermaßen beruhigt. Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi hatte am Freitagabend in einer TV-Ansprache zur Rückkehr zur Normalität aufgerufen: "Die beiden größten Aufgaben sind der demokratische Wandel und das Wiederankurbeln des wirtschaftlichen Lebens."

Die Zahl der Demonstranten, die seinen Rücktritt forderten, hat unterdessen abgenommen. Am Donnerstag hatten die meisten Vertreter der alten Garde nach tagelangen Protesten das Kabinett verlassen. Die Übergangsregierung soll das Land nach der Flucht des autoritären Ex-Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali auf Neuwahlen vorbereiten.

liri/DPA/Reuters DPA Reuters

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