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Umbruch in Tunesien Neue Regierung bereits vor dem Aus


Zu viele alte Kräfte in der Übergangsregierung: Auf Druck der Gewerkschaften verlassen drei Minister das nach dem Sturz von Präsident Ben Ali neugebildete Kabinett. Auch die Demonstrationen gehen weiter.

Das neue Kabinett in Tunesien muss kurz nach seiner Vorstellung drei Abgänge verkraften. Die tunesische Gewerkschaft teilte am Dienstag mit, ihre Mitglieder träten aus der Regierung aus. Ein Vertreter nannte im Staatsfernsehen die Beteiligung von Ministern der Partei RCD des gestürzten Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali am Kabinett als Grund.

In der Übergangsregierung von Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi halten sie weiter Schlüsselposten. In zwei Monaten sollen Wahlen abgehalten werden. Ben Ali war nach gewaltsamen Protesten aus Tunesien geflohen.

Proteste in ganz Tunesien

In ganz Tunesien protestierten Tausende Menschen gegen die Zusammensetzung der Übergangsregierung. Allein in der Wirtschaftsmetropole Sfax im Osten des Landes gingen rund 5000 Menschen auf die Straße. Einem Zeugen zufolge wurde dort vor einigen Tagen der lokale Sitz der Regierungspartei RCD von Demonstranten in Brand gesteckt. Mehrere tausend Menschen protestierten außerdem in Sidi Bouzid im Landesinneren, wo vor einigen Wochen die Proteste ihren Anfang genommen hatten. Ein weiterer Protestzug marschierte durch die nahegelegene Stadt Regueb, und in Kasserine im Westen des Landes gingen 500 Menschen auf die Straße.

fw/Reuters/AFP Reuters

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