UN-Klimakonferenz in Kopenhagen Dänisches Arbeitspapier verstimmt Entwicklungsländer


Auf der UN-Klimaschutzkonferenz haben Vorschläge des Gastgeberlandes Dänemark für ein politisches Abkommen den Unmut der Entwicklungsländer hervorgerufen. Das teilte ein Vertreter der Gruppe der 77 (G-77), ein loser Zusammenschluss von 130 Entwicklungsländern, am Dienstag in Kopenhagen mit.

Auf der UN-Klimaschutzkonferenz haben Vorschläge des Gastgeberlandes Dänemark für ein politisches Abkommen den Unmut der Entwicklungsländer hervorgerufen. Das teilte ein Vertreter der Gruppe der 77 (G-77), ein loser Zusammenschluss von 130 Entwicklungsländern, am Dienstag in Kopenhagen mit. Der dänische Vorschlag für ein Abschlussdokument "bedroht den Erfolg der Verhandlungen", sagte der sudanesische Delegationschef Lumumba Stanislas Dia-Ping, dessen Land derzeit den Vorsitz der G-77 führt.

Die Entwicklungsländer würden keiner "unausgewogenen Einigung" zustimmen, sagte Dia-Ping vor Journalisten. "Wir können keinem Abkommen zustimmen, das 80 Prozent der Weltbevölkerung zu weiterem Leid und Ungerechtigkeit verurteilt." Zugleich machte er aber deutlich, dass die G-77 den Verhandlungstisch nicht verlassen würden. "Wir können es uns nicht leisten, dass Kopenhagen scheitert."

Die nationalen Delegationen in Kopenhagen befassen sich seit rund zwei Wochen mit dem dänischen Vorschlag, der am Dienstag an die Öffentlichkeit gelangte. Dänemark warnte davor, dem Dokument zu viel Gewicht beizumessen. Es handele sich lediglich um ein Arbeitspapier, sagte die dänische Klimaschutzministerin Connie Hedegaard. Die Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen laufen noch bis zum 18. Dezember.

In dem umstrittenen dänischen Vorschlag findet sich kein Bezug auf das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll, dessen Nachfolge in Kopenhagen geregelt werden soll. Der Text bekennt sich zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad und fordert eine Halbierung der weltweiten Emissionen bis zum Jahr 2050 im Vergleich zum Stand von 1990.

Während die Industrienationen ihren Treibhausgas-Ausstoß insgesamt um 80 Prozent senken sollen, schlägt der dänische Text einen noch zu bestimmenden "Spitzenausstoß" für Entwicklungsländer vor, ab dem die Emissionen auch dort gedrosselt werden sollen. Die großen Schwellenländer China, Indien, Brasilien und Südafrika lehnen dies entschieden ab. Außerdem ist in dem dänischen Text die Rede von zehn Milliarden Dollar Soforthilfe für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern, ohne dass darüber hinaus weitere Summen für die Finanzierung des Klimaschutzes in ärmeren Staaten genannt werden.

AFP AFP

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