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US-Außenministerium: Anschläge töteten 20.000 Menschen

Trotz - oder vielleicht gerade wegen - des "Krieges gegen den Terror" ist die Zahl der Anschläge im vergangenen Jahr weltweit um 25 Prozent gestiegen. Bei 14.000 Angriffen sind 20.000 Menschen getötet worden, teilte das US-Außenministerium mit. Hauptgrund für die Anstieg: Der Krieg im Irak. Deutschland wird in dem Bericht gelobt.

Die Zahl der Terroranschläge weltweit ist nach Angaben des US-Außenministeriums im vergangenen Jahr vor allem wegen der Gewalt im Irak um mehr als ein Viertel gestiegen. Danach wurden bei mehr als 14 000 Attacken etwa 20 000 Menschen getötet - ungefähr 3000 mehr als im Jahr zuvor. 45 Prozent aller Anschläge wurden im Irak verübt, 13 000 Menschen starben allein dort, wie aus dem Montag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Terrorismus-Jahresbericht 2006 des Ministeriums hervorgeht.

In dem Bericht zieht die US-Regierung mehr als fünf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine gemischte Bilanz des weltweiten Antiterror-Kampfes. Einerseits seien erfolgreiche Schläge gegen Terrororganisationen und deren Führer gelungen. Andererseits gebe es weiterhin Länder wie Kuba, Nordkorea, Sudan und Syrien, die Terrorismus förderten. Als größter Staatssponsor wird der Iran genannt.

Zur Lage in Europa schreibt das Außenministerium, dass es zwar 2006 keinen größeren Terroranschlag gegeben habe, aber vereitelte Anschläge und die wachsende Radikalisierung von jugendlichen Einwanderern Grund zur Sorge seien. Außerdem gebe es in Europa Netzwerke, die Terrorgruppen unterstützten. Die Europäische Union wird kritisiert, weil sie zögere, die Vermögen von Wohlfahrtsorganisationen mit Verbindungen zur radikal-islamischen Hamas-Bewegung in den Palästinensergebieten oder der schiitischen Hisbollah im Libanon einzufrieren.

Deutschland wird in dem Bericht dafür gelobt, die Gesetzgebung für den Anti-Terror-Kampf verschärft zu haben. Andererseits hätten deutsche Gesetze und deutsche Gerichte mit ihrer weit reichenden Sicht auf die Bürgerrechte in manchen Fällen den Erfolg von Anklagen verhindert.

  • In dem Bericht räumt das Außenministerium ein, dass der Irak-Krieg von Terroristen als Schlagwort für die Radikalisierung und extremistische Aktivitäten genutzt worden sei, die auch Nachbarländer instabiler gemacht hätten. Der israelisch-palästinensische Konflikt wird als größte Quelle für die Motivation von Terroristen beschrieben, die El Kaida als größte Sicherheitsgefahr für die USA.
DPA / DPA