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US-Bericht: Kein Nachweis von verbotenen Waffen in Irak

Eine US-Untersuchung zum Irak wird wohl "schriftliche Beweise" für ein Programm von Massenvernichtungswaffen präsentieren, jedoch nicht für das Vorhandensein solcher Waffen.

Eine mit Spannung erwartete US-Untersuchung zum Irak wird nach Angaben aus US-Kreisen wohl "schriftliche Beweise" für ein Programm von Massenvernichtungswaffen in dem Land präsentieren, jedoch nicht für das Vorhandensein solcher Waffen.

Ein derartiges Ergebnis wäre ein Rückschlag für US-Präsident George W. Bush, der mit dem Hinweis auf eine aktuelle Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen den Krieg gegen das Land begründet hatte. Der ehemalige UNO-Nuklearexperte im Irak David Kay soll den Bericht verfassen. Er werde möglicherweise bereits Anfang kommender Woche Mitgliedern des Kongresses über seine Ergebnisse informieren, hieß es.

Nur Akten, keine Waffen

"Der Bericht wird "im allgemeinen von chemischen und biologische Waffen handeln, und ich denke, er (Kay) wird Beweise finden, schriftliche Beweise, Erklärungen irakischer Wissenschaftler und Techniker, dass sie ein chemisches und biologisches Waffenprogramm hatten", verlautete aus den Kreisen am Mittwoch. "Ob sie irgendetwas über die Waffen selbst finden oder enthüllen, bezweifle ich."

Entgegen den Behauptungen der USA und ihres Verbündeten Großbritannien sind auch fünf Monate nach dem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein in dem Golfstaat keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden. Der Irak hatte vor dem Krieg stets die Vorwürfe zurückgewiesen, über verbotene Waffen zu verfügen.

Immunität für die Zeugen

Die Regierung in Washington erhoffe sich Aufschluss über das Waffenprogramm von dem in der vergangenen Woche festgenommenen ehemaligen irakischen Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed, verlaute aus den Kreisen. Dieser hatte sich nach wochenlangen Verhandlungen den US-Truppen gestellt, nachdem ihm "faktisch" Immunität vor einer Strafverfolgung zugesagt worden war. Auch niedrigere Ränge, die am Waffenprogramm beteiligt gewesen seien, hätten Immunität erhalten und Kay bei der Untersuchung unterstützt, hieß es.

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice bezeichnete Berichte über Kays Untersuchung als voreilig und warnte vor übereilten Schlussfolgerungen.