HOME

US-Präsident stellt sich virtueller Bürgerversammlung: Obama bestätigt erstmals US-Drohneneinsätze in Pakistan

Barack Obama hat sich am Montag im Internet einer virtuellen Bürgerversammlung gestellt. Insgesamt wurden dem US-Präsidenten mehr als 133.000 Fragen übermittelt. Ein zentrales Thema der Versammlung waren die bisher unbestätigten Drohneneinsätze der USA in Pakistan.

US-Präsident Barack Obama hat am Montag erstmals öffentlich den Einsatz von Drohnen in Pakistan bestätigt. Während eines Austauschs mit Internetnutzern verteidigte Obama die umstrittenen Angriffe der unbemannten Flugzeuge. Die Drohnen wurden zur Bekämpfung von Aufständischen in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan eingesetzt. Als das Gespräch auf die zivilen Opfer gelenkt wurde, wiegelte der Präsident ab: Es sei "keine große Anzahl ziviler Opfer" verursacht worden.

"Allgemein handelt es sich um sehr präzise Angriffe gegen Al-Kaida und seine Verbündeten und wir sind sehr vorsichtig bei ihrer Verwendung", sagte Obama bei dem Austausch über das soziale Netzwerk Google+ und die Videoplattform Youtube. Die Vorstellung, dass es einen "Haufen wahlloser Angriffe" gebe, sei falsch. Es sei wichtig, dass alle verstünden, dass die Einsätze sehr genau kontrolliert würden, betonte der Präsident. Bisher hat die US-Regierung den Einsatz von Drohnen in Pakistan nicht offiziell bestätigt.

Die Drohnenangriffe sind in Pakistan heftig umstritten, zumal immer wieder unbeteiligte Zivilisten dabei zu Tode kommen. Erst am Freitag demonstrierten rund 100.000 Pakistaner in Karachi gegen die Drohnenangriffe. Angesichts der Proteste schwankt die Regierung in Islamabad zwischen stillschweigender Tolerierung und öffentlicher Verurteilung. Während in Afghanistan die Drohnen von der US-Armee gesteuert werden, ist in den pakistanischen Stammesgebieten der US-Auslandsgeheimdienst CIA zuständig.

hw/AFP/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel