US-Präsidentschaftswahl Clinton und Obama zeigen sich versöhnlich


Nachdem Hillary Clinton und Barack Obama sich gegenseitig vorgeworfen hatten, die Hautfarbe im US-Wahlkampf zu instrumentalisieren, sind die beiden Kandidaten um Entspannung bemüht. Bei den Vorwahlen in Michigan stehen ohnehin die Republikaner im Mittelpunkt.

Nach zuletzt immer heftigeren Wahlkampftönen bemühen sich die beiden führenden Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten um Schadensbegrenzung. Barack Obama sagte, er wolle nicht, dass der Wahlkampf zu einer Schlammschlacht entarte, sodass die eigentlichen Ziele aus dem Blick gerieten. Hillary Clinton erwiderte kurz darauf, es sei an der Zeit, sich wieder der Gemeinsamkeiten bewusst zu werden.

Die versöhnlichen Töne folgten einer zunehmend erbitterten Kontroverse. Am Wochenende wurden auch gegenseitige Unterstellungen laut, die Frage der unterschiedlichen Hautfarbe in den Zweikampf hineinzuziehen. Obama könnte bei einer Bestätigung seiner Kandidatur der erste US-Präsident mit dunkler Hautfarbe werden. Clinton wiederum will die erste Frau im Weißen Haus werden. Landesweit liegt bei den Demokraten nach wie vor Clinton vor ihrem Konkurrenten Obama. Ihr Vorsprung ist aber laut neuesten Umfragen erheblich geschmolzen.

Demokraten boykottierten Wahlkampf in Michigan

Die Vorwahl in Michigan ist für das Rennen bei den Demokraten ohne Belang. Die Partei hat dem US-Staat die Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag Ende August entzogen, weil der Bundesstaat seinen Wahltermin entgegen Absprachen mit den Parteien vorverlegt hatte. Alle führenden Kandidaten verzichteten daher auf jeden Wahlkampf in Michigan. Obama und der in den Umfragen an dritter Stelle platzierte John Edwards ließen sogar ihre Namen von den Stimmzetteln entfernen. Michigan werde daher bei der abschließenden Kandidatenkür der Demokraten im Sommer mit keinem Kandidaten vertreten sein, heißt es.

Entscheidung bei den Republikanern

Die Aufmerksamkeit richtet sich daher ganz auf die Vorwahl der Republikaner in Michigan. Senator John McCain steht den beiden Ex-Gouverneuren Mitt Romney und Mike Huckabee gegenüber. Der 71 Jahre alte McCain ist nach seinem Sieg in New Hampshire laut Umfragen landesweit zum Favoriten der Republikaner aufgestiegen. Neben ihm hat Mitt Romney nach jüngsten Umfragen die besten Chancen für einen Sieg in Michigan, bei dem soziale und wirtschaftliche Themen als ausschlaggebend galten. Beide versprachen der Bevölkerung des US-Staates, sich um neue Arbeitsplätze zu kümmern. Auf Platz drei sahen die Umfragen den ehemaligen Baptistenprediger Mike Huckabee.

Als entscheidender Termin der Vorwahlen gilt aber der "Mega- Dienstag" am 5. Februar, wenn in über 20 Bundesstaaten gewählt wird. Offiziell werden die Kandidaten aber erst auf den Parteitagen beider Parteien Ende August/Anfang September gekürt. Die Präsidentenwahl ist am 4. November. Präsident George W. Bush darf laut US-Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

AP/DPA AP DPA

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