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US-Präsidentschaftskandidaten: Trump oder Hillary unwählbar? Diese Alternativen haben die US-Wähler

Es gibt sie, die Alternativen zu Hillary Clinton und Donald Trump. Vier weitere Kandidaten bewerben sich um die US-Präsidentschaft. Wer sind die Unbeirrbaren, die zwar chancenlos sind, aber vielleicht das Zünglein an der Waage sein könnten?

Gary Johnson Darrell Castle Jill Stein Evan McMullin

Gary Johnson, Darrell Castle, Jill Stein, Evan McMullin (v.l. oben)

Am Ende geht es nur um Hillary Clinton oder Donald Trump. Obwohl beide US-Präsidentschaftskandidaten bei den Amerikanern beispiellos unbeliebt sind, kommt kaum jemand auf den Gedanken, vielleicht einen der anderen Bewerber zu wählen. Denn die gibt es tatsächlich - auch wenn sie nahezu unbekannt sind. Faktisch sind US-Präsidentschaftswahlen Zweikämpfe, weil wegen des Mehrheitswahlrechts nur die Kandidaten der Demokraten und Republikaner eine Chance haben, gewählt zu werden.

Nehmen die Kleinen den Großen die Stimmen weg?

Doch manchmal gelingt es einem der übrigen Kandidaten, mehr als eine Rolle als unter "Ferner liefen ..." zu spielen. So landete der Grüne Ralph Nader im Jahr 2000 bei 2,4 Prozent - doch die Demokraten beschuldigten ihn, ihrem Spitzenmann Al Gore bei seiner hauchdünnen und strittigen Niederlage gegen George W. Bush entscheidende Stimmen weggenommen zu haben. Auch dieses Jahr wird es wieder sehr eng und die Frage ist, ob und wem die anderen Bewerber die möglicherweise entscheidenden Stimmen kosten könnten.

Diesmal treten insgesamt vier Männer und zwei Frauen zur Wahl zum höchsten Amt des Landes an: Neben Clinton und Trump wären da noch Gary Johnson von der Libertären Partei, Jill Stein von den Grünen sowie ein gewisser Darrell Castle von der Verfassungspartei und der Unabhängige Evan McMullin.

Wer sind diejenigen, die trotz aussichtsloser Chancen viel Zeit und Geld in ihre Kandidatur investieren?


Darrell Castle

Darrell Castle

Darrell Castle, Kandidat der Constitution Partei


  • Der 68-Jährige, ein Staatsanwalt aus Memphis, tritt für die Constitution Party (Verfassungspartei) an, ein Zusammenschluss konservativer Bürger. Ihr konservativer Spitzenmann Castle spricht sich gegen Abtreibung aus, glaubt aber auch, dass etwa Prostitution oder polygame Beziehungen keine Angelegenheiten sind, bei denen sich der Staat einmischen sollte. Den Konsum von Cannabis will er legalisieren, die Einreise von Muslimen dagegen stärker kontrollieren. Chancen, auch nur einen der benötigten Wahlmänner zu bekommen, hat Castle nicht.


Evan McMullin

Evan McMullin

Evan McMullin, unabhängiger Kandidat


  • Anders dagegen McMullin, 40, aus Utah. Der Kandidat, eigentlich Republikaner, ist aus Protest gegen die Kandidatur von Donald Trump ins Rennen ums Weiße Haus eingestiegen. Zwar ist auch er chancenlos, doch zumindest seinen Heimatstaat könnte der Mormone gewinnen. Lesen Sie hier mehr zu Evan McMullin.


Jill Stein

Jill Stein

Jill Stein, Kandidatin der US-Grünen


  • Die 66-Jährige ist die zweite Frau, die sich als Präsidentschaftsbewerberin für das Amt im Weißen Haus bewirbt. Sie war auch schon vor vier Jahren die Spitzenfrau der US-Grünen. Ihre politischen Positionen unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen anderer Grünen-Politiker: Es geht ihr um Umweltschutz, bessere Bildung und Minderheitenschutz. In den Umfragen liegt sie seit Monaten zwischen zwei und vier Prozent, und ist damit Schlusslicht unter den vier Kandidaten, deren Wahlchancen gemessen werden. Zuletzt erregte die Ärztin Aufmerksamkeit wegen Sachbeschädigung. Auf einer Demonstration gegen eine Öl-Pipeline in North Carolina hatte sie einen Bulldozer besprüht und wurde verhaftet.


Gary Johnson

Gary Johnson

Gary Johnson, Kandidat der Libertären Partei


  • Johnson, 63, ist der einzige Drittkandidat, der halbwegs von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Seine Libertäre Partei ist nach den Demokraten und den Republikanern die größte Partei in den USA, einer ihrer prominentesten Mitglieder ist Trey Parker, Erfinder der TV-Serie "South Park". Die Positionen der Libertären sind am ehesten mit denen der deutschen FDP vergleichbar. Einer der Hauptanliegen ist der Rückzug des Staates aus der Wirtschaft, sowie die Ausweitung von Bürgerrechten. Spitzenmann Johnson tritt bereits zum zweiten Mal nach 2012 als Präsidentschaftskandidat an, bis 2003 war er Gouverneur von New Mexico. Im Wahlkampf wirbt er unter anderem damit, sowohl die Einkommensteuer, die zentrale Steuerbehörde sowie den Geheimdienst NSA abschaffen zu wollen. De facto ist auch Gary Johnson chancenlos, er liegt derzeit bei knapp unter fünf Prozent in den Umfragen. Einen Fauxpas leistete sich der Bewerber jüngst, als er in einem TV-Interview einige Wissenslücken offenbarte. Gefragt, was er angesichts der Kämpfe um die syrische Stadt Aleppo tun würde, fragt er zurück: "Was ist Aleppo?".