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Corona-Bekämpfung USA zurück im internationalen Impfprogramm - Biden stoppt Austritt aus der WHO

US-Präsident Donald Trump und sein Nachfolger Joe Biden
Sehen Sie im Video: Bidens Tag eins  Abkehr von Trumps Kurs.




Der künftige US-Präsident Joe Biden will unmittelbar nach seiner Amtseinführung etwa ein Dutzend Maßnahmen umsetzen, die auch für die versprochene Abkehr von Donald Trumps Kurs stehen. Nach seiner Vereidigung am Mittwoch will er unter anderem das von Trump verhängte Einreiseverbot für Bürger aus mehreren überwiegend muslimisch geprägten Ländern rückgängig machen und die USA zurück in das Pariser Klimaabkommen führen.  Biden will als Teil der Anstrengungen gegen das Coronavirus zudem eine zunächst für 100 Tage geltende Maskenpflicht für die Orte anordnen, an denen der Bund das Sagen hat - zum Beispiel in Regierungsgebäuden. Bis zum 1. Februar sollen weitere Maßnahmen folgen, mit denen der Kurs der USA in der Pandemie geändert, der Klimawandel bekämpft, die Gleichheit zwischen den ethnischen Bevölkerungsgruppen gefördert und die Wirtschaft wieder aufgebaut werden soll. Ob er damit auch Erfolg haben wird, bleibt offen.
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Kommando zurück! Das ist - wie bei vielen US-Präsidenten vor ihm - die Maxime am ersten Amtstag von Joe Biden. Die USA sind nun also zurück in der WHO - und ein vom Vorgänger verspotteter Experte findet wieder Anerkennung.

Mit der Rückkehr zur Weltgesundheitsorganisation WHO wollen sich die hart von der Corona-Pandemie geplagten USA auch an der globalen Impfkampagne Covax beteiligen. Das kündigte der Immunologe Anthony Fauci für die US-Delegation per Video-Schalte bei der Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf an. US-Präsident Joe Biden wollte noch am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung sowie mehrere andere Corona-Verordnungen unterzeichnen.

Es war nach den Monaten, in denen er Spott und Beschimpfungen von Ex-Präsident Donald Trump ausgesetzt war, eine Art Comeback für Fauci, der vom neuen Präsidenten als oberster medizinischer Berater geschätzt wird. Fauci - einer der prominentesten Corona-Experten weltweit - betonte während der WHO-Sitzung, dass die neue US-Regierung an der WHO-Mitgliedschaft festhalten und ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen werde.

Impfplan der Trump-Regierung "kläglich"

Mit einer Verfügung will Biden seine Befugnisse nutzen, um unter anderem die Herstellung von Schutzmasken und -handschuhen sowie Testzubehör und Materialien für die Verabreichung der Impfstoffe zu beschleunigen. Das ging aus einer Aufstellung der Regierung hervor. Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield, fällte beim Nachrichtensender CNN ein vernichtendes Urteil über den Impfplan der Trump-Regierung: "Das war ein kläglicher Misserfolg."

Die Eindämmung der Corona-Pandemie ist ein Hauptanliegen Bidens. Die Pandemie ist in den USA längst außer Kontrolle. Vorgänger Trump, der zeitweise selbst erkrankt war, hatte sich kaum um die Eindämmung des Virus bemüht und das Tragen von Schutzmasken, was er meist ablehnte, zu einem Politikum gemacht. Biden hat dagegen nach seiner Amtsübernahme bereits eine Maskenpflicht unter anderem in Regierungsgebäuden und Flugzeugen angeordnet.

100 Millionen Impfungen in 100 Tagen

Biden stoppte zudem als eine der ersten Amtshandlungen den von Donald Trump eingeleiteten Austritt aus der WHO. Der Schritt wäre Anfang Juli wirksam geworden. Das hätte mitten in der Pandemie große Auswirkungen auf die Arbeit der Gesundheitsorganisation gehabt. Die USA waren bislang mit mehr als 100 Millionen Dollar wichtigster Geldgeber. Trump hatte der WHO schwere Vorwürfe beim Umgang mit der Pandemie gemacht. Die WHO habe zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert und sei mitverantwortlich für die hohe Opferzahl. Außerdem sei sie China-nah.

In den USA gibt es mehr als 24 Millionen Infektionen mit mehr als 400.000 Toten. Das ist in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land. Die Impf-Kampagne läuft langsamer als versprochen. Um in seinen ersten 100 Amtstagen wie versprochen 100 Millionen Menschen zu impfen, wollte Biden laut Sprecherin Bedingfield schnellstmöglich eine entsprechende Verfügung unterzeichnen.

dho DPA AFP

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