VG-Wort Pixel

Vertrauensfrage in Irland Partei steht hinter Premier Cowen


Irlands Premierminister Brian Cowen hat eine Vertrauensabstimmung in seiner Partei erfolgreich überstanden. Gleichzeitig spitzte sich die politische Krise in Irland weiter zu: Außenminister Martin, Cowens Widersacher, trat zurück.

Der wegen der Finanzkrise in die Kritik geratene irische Premierminister Brian Cowen hat eine Vertrauensabstimmung seiner Partei überstanden. Eine Mehrheit von 71 der Parlamentsabgeordneten der konservativen Fianna-Fail-Partei stimmten am Dienstagabend für einen Verbleib Cowens im Amt als Parteichef. In der Bevölkerung hat der Premierminister laut einer jüngsten Umfrage nur noch einen Zustimmungswert von zehn Prozent. Die Iren werfen ihm schlechtes Krisenmanagement in der Bankenkrise vor, die das Land in schwere Schulden gestürzt hat.

Außenminister Micheal Martin, der gegen Cowen stimmte, teilte kurz nach der Abstimmung mit, seinen Hut zu nehmen. Er hatte im Vorfeld sein Interesse am Parteivorsitz bekundet. Nach desaströsen Umfragewerten hatte Martin Cowen zum Rückzug aufgefordert. Vor allem die Zeit im vergangenen November, als Irland unter den Rettungsschirm von EU und Internationalem Währungsfonds schlüpfte, sei für seine Unterstützung für den Premier zu einer "Wasserscheide" geworden, hatte Martin erklärt.

Cowen hatte sich lange geweigert, die internationalen Hilfen anzunehmen, war dann aber doch dazu bereit. Nach einer schweren Bankenkrise ist das Land in finanzielle Schieflage geraten. Als Gegenleistung für die milliardenschweren Hilfen muss das Land sein Defizit mit einem rigiden Sparkurs bis 2015 wieder unter die Maastricht-Grenze drücken. Für das laufende Jahr müssen im Haushalt sechs Milliarden Euro eingespart werden.

DPA/Reuters/AFP DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker