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Verwaltungsstillstand in den USA: Gratis-Kekse für Präsident Obama

Während der US-Präsident im Haushaltsstreit das Ende der "Farce" fordert, solidarisieren sich die Amerikaner mit den Beurlaubten und verschenken so einiges: Strickkurse, Likör und Cookies.

Seit der Nacht zum Dienstag stehen in den USA weite Teile der Bundesverwaltung still, weil sich der Kongress nicht auf ein Budget für das am 1. Oktober begonnene Fiskaljahr 2014 einigen konnte. Jetzt solidarisieren sich die Amerikaner mit den Beurlaubten. Zehn Prozent Rabatt und einen kostenlosen Cookie bekommen beurlaubte Regierungsangestellte zum Beispiel im Feinkostladen Taylor Gourmet in Washington. Und genau dort haben US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden am Freitag ihre Mittagspause verbracht - in Begleitung von Bodyguards und Kameras.

"Bevor ich bestelle, möchte ich sagen, dass wir auch deshalb hier sind, weil wir mächtig Hunger haben und das Essen hier hervorragend ist", sagte Obama bei seinem Besuch. "Der andere Grund ist, dass dieses Lokal beurlaubten Staatsbediensteten einen Nachlass von zehn Prozent gewährt." Zwar ist Obama selbst nicht von der Zwangsbeurlaubung betroffen, trotzdem reicht ein Mitarbeiter dem Präsidenten einen Keks mit Macadamia-Nüssen über die Theke.

Strickkurse und Gratiswein

Sonderangebote bekommen Amerikas Zwangsbeurlaubten inzwischen nicht mehr nur in Washington. In einer Turnhalle in Beltsville, einem Vorort der Hauptstadt, können frustrierte Angestellte kostenlos Sport treiben, zum Beispiel Jiu-Jitsu. Ein Zeitvertreib der anderen Art wird Regierungsangestellten im US-Staat Virginia geboten: Strickkurse. "Finden Sie Trost beim Stricken", schreibt der Anbieter auf seiner Internetseite und wirbt damit für seine kostenlosen Nachmittagskurse.

Die Angebote für Zwangsbeurlaubte reichen vom ermäßigten Zutritt zur Eislaufbahn über freie Trainingsstunden im Fitnessstudio bis hin zu kostenlosen Computerkursen für diejenigen, die trotz Urlaubs etwas für ihrer Karriere tun wollen. Im US-Staat Maryland bietet eine Brauerei gratis Touren an. Auch viele Bars und Restaurants locken in diesen Tagen mit einem kostenlosen Glas Wein oder Likör zum Essen.

"Stoppen Sie diese Farce"

Am Tag nach der öffentlichen Mittagspause appellierte der US-Präsident an das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus appelliert, den Haushaltsstreit zu beenden. "Stoppen Sie diese Farce. Setzen Sie dem 'Shutdown' jetzt ein Ende", sagte Obama in seiner wöchentlichen Radioansprache.

US-Außenminister John Kerry warnte davor, dass der Verwaltungsstillstand in seinem Land die Position der USA in der Welt beeinträchtigen könnte. Sollte der Stillstand länger anhalten oder sich wiederholen, "würden Leute die Bereitschaft und die Fähigkeit der USA, ihren Kurs beizubehalten, in Frage stellen", sagte Kerry am Samstag vor Journalisten bei einem Treffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) auf der indonesischen Insel Bali.

Gleichzeitig versicherte Kerry den Partnerländern, dass die USA weiter in Asien und dem Rest der Welt engagiert bleiben wollen. "Wenn dieser Moment politischer Albernheit vorbei ist, wird es wieder auf einem Weg vorangehen, den die Welt respektiert und auf dem sie mitgehen will", sagte Kerry. "Die USA werden einen Haushalt verabschieden und sie werden weiter die stärkste Macht der Welt sein, sowohl was das Militär angeht als auch die Wirtschaft."

ins/DPA/AFP / DPA
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