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Very British: Feldzug gegen die Kamera

Dass der Kampf gegen den Terrorismus bisweilen hysterische Dimensionen erreichen kann, erregt derzeit die Gemüter in London. Denn dort gilt: Wer berühmte Gebäude filmt oder fotografiert macht sich verdächtig - und kann in bestimmten Stadtteilen von der Polizei sofort komplett durchsucht werden.

Von Cornelia Fuchs, London

Es gibt einen seltsamen neuen Sport in London: Fotografen, Kunststudenten und Journalisten protestieren gegen die Sektion 44 des britischen Terror-Gesetzes, die der Polizei das Recht gibt, jeden Passanten zu durchsuchen. Sie provozieren ihre Verhaftung und dokumentieren den ganzen kafkaesken Vorgang im Internet.

Laut Gesetz darf die Polizei in bestimmten Gegenden der britischen Hauptstadt Passanten anhalten und durchsuchen, auch, wenn sie keinen weiteren Anhaltspunkt dafür vorbringen kann als das Gefühl, sie sollte einmal nach dem Rechten schauen. Stop-and-Search wird das genannt. Diese Maßnahme trifft immer wieder Menschen mit Kameras.

Fünf Stunden Knast und 80 Pfund Strafe

Simona Bonomo wollte zum Beispiel für ein Kunstprojekt die Video-Kameras rund um den Bahnhof Paddington filmen. Keine gute Idee, wie die Nachbarschaftspolizei fand. Noch problematischer war Bonomos Reaktion auf die Frage, was sie da so vorhabe. "Ich filme aus Spaß", sagte sie, der Ton vielleicht ein bisschen zu frech, die Gebäude seien schließlich schön. Der Uniformierte wunderte sich und schaute auf die Betonklötze in Bonomos Blickfeld: "Ich glaube Ihnen nicht", sagte er schließlich. "Ich will sehen, was Sie gefilmt haben."

Und dann entspann sich ein seltsamer Dialog zwischen dem Polizisten, der Bonomo mitteilte, er habe das Recht, ihre Bilder zu sehen, weil er aufgrund eines Terrorismus-Gesetzes handele, und Bonomo, die antwortete, sie sehe doch wohl nicht aus wie eine Terroristin. "Das habe ich auch nicht gesagt", sagte der Polizist. Aber sie solle sich jetzt ausweisen: "Ich finde, Sie benehmen sich ziemlich dreist. Können Sie sich ausweisen?"

Kurze Zeit später lag Bonomo auf der Straße in Handschellen, sie verbrachte fünf Stunden in einer Polizeistelle und musste am Ende 80 Pfund Strafe zahlen, weil sie für "Belästigung, Schrecken und Unruhe an einem öffentlichen Ort" verantwortlich sei.

Keinen Sinn für Ironie

Auch wenn Bonomos Fall, den die Tageszeitung Guardian dokumentierte, in ziemlich außergewöhnlicher Weise aus dem Ruder gelaufen ist - Menschen mit einer Kamera scheinen für englische Polizisten generell verdächtig zu sein. Die Liste der Vorfälle, die jetzt in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist lang: Zwei österreichische Touristen mussten Aufnahmen aus dem Stadtteil Walthamstow löschen, nachdem sie von Polizisten angehalten wurden, ein Amateur-Fotograf wurde festgenommen, weil er einen Fish-und-Chip-Laden in der Grafschaft Kent fotografierte. Der Architektur-Fotograf Grant Smith wurde durchsucht, als er eine Kirche in der Nähe des Bürohochhauses "Gherkin" in der Londoner City dokumentierte. Und das, ironischerweise, obwohl er sich ein Plakat umgehängt hatte, auf dem stand: "Ich bin ein Fotograf und kein Terrorist". Gleichzeitig wurde auch das Fernsehteam angehalten, das wiederum Smiths Diskussion mit den Polizisten für die Abendnachrichten aufnehmen wollte.

Fotografen beschweren sich schon seit langem, dass die Polizei ihre Vollmachten unter dem Terroristengesetz aus dem Jahr 2000 ausnutzt. Zwar wurden Durchsuchungen von Passanten auf der Straße in diesem Jahr um fast 40 Prozent zurückgefahren. Trotzdem werden noch jedes Jahr weit über hunderttausend Bürger auf der Straße angehalten und befragt. Nur weit unter einem Prozent der Befragten wird anschließend wegen Terrorismusverdacht verhaftet.

Scotland Yard reagierte schnell auf die peinlichen Videos der Straßen-Befragungen. Ein Memorandum wurde an alle 43 Polizeidienst-Stellen herausgeschickt. Darin hieß es, wenig überraschend, dass Bürger das Recht darauf haben, Gebäude zu fotografieren. John Yates, einer der höchstgestellten Anti-Terror-Spezialisten von Scotland Yard ließ verlauten: "Wir müssen mit unseren Vollmachten klug umgehen. Das öffentliche Vertrauen in uns hängt davon ab."

Die Gegenoffensive

Dann ging Scotland zum Gegenangriff über: Sie veröffentlichten ein Video aus einem Mobiltelefon, das von Spezialeinheiten vor etwas mehr als einem Jahr einem Algerier abgenommen wurde.

Der Mann filmte Notausgänge und Videoüberwachungs-Kameras in mehreren Bahnhöfen, Untergrundbahn-Schächten und Einkaufszentren. Der Mann fiel einem Polizisten am Bahnhof Liverpool Street auf, weil er das Telefon der Marke NokiaN95 seltsam ungeschickt vor die Brust hielt und das rote Aufnahmelicht mit den Fingern zu verdecken suchte.

Nach seiner Festnahme fand sich Material zu Al-Qaeda in Nordafrika in seiner Wohnung. Der 40-jährige Mann wurde wegen Kreditkarten-Betruges zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und außer Landes verwiesen. Er ist einer von 249 Terrorismusverdächtigen in Großbritannien, die seit 2005 festgenommen und angeklagt wurden. Zwei Drittel der Angeklagten wurden verurteilt.

Man solle nicht vergessen, erinnerte der stellvertretende Polizeichef der Londoner City, Frank Armstrong: "Das Finanzzentrum unserer Stadt ist weiter ein Ziel für Terror." Und darauf reagierten seine Beamten wie sie in ihrer Ausbildung gelernt haben: "Ich würde darauf bestehen, dass wir die höflichsten Polizisten der Welt ausgebildet haben."

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.