Video-Botschaft Taliban drohen mit Anschlägen in Deutschland


Die nächsten Selbstmordanschläge der Taliban könnten in Deutschland stattfinden. Auf einem Video drohten die Extremisten, den in Afghanistan stationierten Truppen in ihre Heimatländer zu folgen. Einige Experten stufen die Drohung als sehr ernst ein.

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben nach einem Bericht des US-Senders ABC mit Selbstmordanschlägen in Deutschland und anderen Staaten gedroht. In einem Video der Extremisten würden Attentate in Deutschland, Großbritannien, den USA und Kanada angekündigt, berichtete der Sender am Montagabend (Ortszeit).

Die Videoaufzeichnung sei am 9. Juni in einem Trainingslager der Taliban entstanden und zeige eine Feier zum Abschluss der Ausbildung von rund 300 Talibankämpfern, darunter auch zwölfjährige Jungen. Dabei seien Gruppen, die für Selbstmordanschläge in Europa und in den Vereinigten Staaten vorgesehen seien, eingewiesen worden.

"Jeder Tropfen unseres Blutes wird die Muslime stärken."

In der Aufnahme ist den Angaben zufolge Mansur Dadullah, der Bruder des Anfang Mai getöteten Taliban-Militärchefs Mullah Dadullah, zu sehen, wie er jeder Gruppe gratuliert. "Diese Amerikaner, Kanadier, Briten und Deutschen kommen von weit her nach Afghanistan. Warum sollten wir sie nicht verfolgen?", sagte der Mann. Einer der Kämpfer, der als Führer der für Anschläge in Großbritannien zuständigen Gruppe bezeichnet wurde, sagte dem Bericht zufolge: "Jeder Tropfen unseres Blutes wird die Muslime stärken."

Von US-Geheimdienstmitarbeitern wurde das Video den Angaben zufolge unterschiedlich bewertet. Während die einen darin vor allem einen Beleg für die "aggressive und gut entwickelte Propaganda" der Taliban sähen, werde das Video von anderen als sehr ernst zu nehmend eingestuft, berichtete ABC weiter. "Es braucht nicht viele, die (zu Selbstmordanschlägen) bereit und in der Lage sind, durch Sicherheitskontrolle zu schlüpfen, um jede Menge Schaden anzurichten", sagte der frühere US-Regierungsbeamte für Antiterrorismus, Richard Clarke, dem Sender.

DPA DPA

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