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Visafreiheit: EU öffnet die Grenzen für Bosnier und Albaner

Die Bürger Albaniens und Bosnien-Herzegowinas sollen auf Wunsch Brüssels bald ohne Visum in die Union einreisen können. Der Vorschlag der Kommission vom Donnerstag muss noch vom Parlament und den Mitgliedsstaaten bestätigt werden, was für den Herbst erwartet wird.

Die Bürger Albaniens und Bosnien-Herzegowinas sollen auf Wunsch Brüssels bald ohne Visum in die Union einreisen können. Der Vorschlag der Kommission vom Donnerstag muss noch vom Parlament und den Mitgliedsstaaten bestätigt werden, was für den Herbst erwartet wird. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström lobte die harte Arbeit, die die Behörden beider Länder auf dem Weg zur Aufhebung der Visa-Pflicht geleistet hätten.

Allerdings sind noch nicht alle Bedingungen erfüllt: Albanien muss noch Fortschritte bei der Wiedereingliederung von Flüchtlingen machen und wie Bosnien-Herzegowina den Kampf gegen die organisierte Kriminalität verschärfen. Für Bosnien stehen noch Reformschritte in Justiz und Polizeiwesen aus.

Anfang des Jahres war bereits die Visa-Pflicht für Serbien, Montenegro und Mazedonien weggefallen. Eine große Zahl von Menschen aus den Ländern nutzte dies, um in der EU unterzutauchen. "Wir müssen verhindern, dass dies jetzt ein zweites Mal passiert", mahnte der Fraktionsvorsitzende der europäischen Konservativen, Manfred Weber (CSU).

Die Aufhebung der Visa-Pflicht sei ein Eckpunkt der europäischen Integrationspolitik für den Westbalkan, sagte Malmström. Erweiterungskommissar Stefan Füle erklärte, der Schritt werde die Menschen "näher an die EU bringen".

Geben Parlament und Ministerrat im Herbst endgültig grünes Licht für Albanien und Bosnien-Herzegowina, bliebe das Kosovo das einzige Balkanland mit Visa-Pflicht für die EU. Das Kosovo erklärte sich 2008 für unabhängig, was aber nicht von allen EU-Staaten anerkannt wird.

APN / APN