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Von Steinigung bedrohte Iranerin Aschtiani hofft auf Haft statt Todesstrafe


Erst sollte sie wegen Ehebruchs gesteinigt, dann wegen Beihilfe zum Mord erhängt werden. Jetzt macht ein Brief aus dem Parlament in Teheran der Iranerin Aschtiani Hoffnung, dass die Todes- in eine Haftstrafe umgewandelt wird. Beobachter bezweifeln aber die Bedeutung des Schreibens.

Der Iran lenkt im Fall der zunächst zur Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani offenbar ein: Die Todesstrafe wird ausgesetzt, wie aus einem Brief des Menschenrechtsausschusses im iranischen Parlament an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hervorgeht. Wegen des Gnadengesuchs der Kinder von Aschtiani sei die Strafe in eine zehnjährige Gefängnisstrafe umgewandelt worden.

Unklar ist allerdings, warum die Ankündigung nicht von den Justizbehörden oder vom Präsidenten kam. Verfasserin des Briefs ist die eher unbekannte Abgeordnete Sohreh Elahian - deshalb zweifeln Beobachter an der Bedeutung des Schreibens. Der Brief war an Rousseff gerichtet, weil sich die brasilianische Präsidentin, wie auch ihr Vorgänger Luiz Inacio Lula, für die Frau eingesetzt hat. Lula hatte Aschtiani sogar Asyl angeboten.

Steinigungsurteil war bereits revidiert worden

Nach Protesten ausländischer Regierungen hatte der Iran im vergangenen Jahr bereits ein Steinigungsurteil gegen Aschtiani ausgesetzt. Dabei war es um den Vorwurf des Ehebruchs gegangen. Stattdessen sollte Aschtiani wegen Beihilfe zum Mord an ihrem Ehemann erhängt werden.

Der Fall hat international für großes Aufsehen gesorgt. Im Oktober waren zwei deutsche Reporter im Iran festgenommen worden, weil sie den Sohn von Aschtiani ohne Erlaubnis der Behörden interviewen wollten. Der Fall hat die ohnehin angespannten Beziehungen des Westens zum Iran weiter verkompliziert.

fw/Reuters/DPA DPA Reuters

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