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Vorwürfe gegen den Mossad: Liebermann streitet Mord an Hamas-Funktionär ab

Israels Außenminister Avigdor Lieberman hat sich gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, dass der israelische Geheimdienst Mossad hinter der Ermordung eines ranghohen Funktionärs der radikal-islamischen Hamas in Dubai steckt.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman hat sich gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, dass der israelische Geheimdienst Mossad hinter der Ermordung eines ranghohen Funktionärs der radikal-islamischen Hamas in Dubai steckt. Es sei nicht in Ordnung, dass man es für selbstverständlich halte, dass Israel oder der Mossad die Pässe oder Identitäten britischer Bürger benutzt hätten, sagte Lieberman am Mittwoch dem Armeesender.

Lieberman wollte eine israelische Beteiligung an dem Attentat auf den hochrangigen Hamas-Funktionär Mahmud al-Mabhuh vom 20. Januar weder ausdrücklich bestätigen oder dementieren. Normalerweise bezieht Israel öffentlich überhaupt keine Stellung zu Geheimdiensteinsätzen oder Vorwürfen.

Allerdings gibt es dieses Mal in Israel kritische Reaktionen, weil offensichtlich die Identitäten von mindestens fünf in Israel lebenden britischen Einwanderern für das Attentat benutzt worden sind. Die Tageszeitung "Haaretz" forderte auf ihrer Titelseite den Rücktritt von Mossad-Chef Meir Dagan.

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen zehn Männer und eine Frau mit europäischen Pässen, darunter auch einen Mann mit einem deutschen Pass.

Nach Angaben israelischer Medien soll Al-Mabhuh Waffenlieferungen in großem Stil in den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen organisiert haben. Allerdings soll sich Al-Mabhuh auch viele Feinde in der arabischen Welt, darunter in Ägypten und Jordanien, gemacht haben.

Der Fall sorgt in Israel auch für Aufsehen, weil während der ersten Amtszeit von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor knapp 13 Jahren ein Mossad-Einsatz aufgeflogen war. Zwei israelische Agenten hatten am 25. September 1997 in Amman versucht, den heutigen Chef des Hamas-Politbüros, Chaled Meschaal, zu töten.

Die beiden israelischen Agenten wurden festgenommen, Israel musste ein Gegengift liefern, sich entschuldigen und außerdem den langjährigen spirituellen Führer und Gründer der Hamas, Scheich Ahmed Jassin, aus einem israelischen Gefängnis freilassen.

DPA / DPA