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Wahlen in Sri Lanka: Ex-General gegen Amtsinhaber

Bei der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka geht es acht Monate nach dem Sieg über die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) weniger um das Wahlprogramm als um die Konfrontation zweier ehemaliger Kriegsverbündeter.

Bei der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka geht es acht Monate nach dem Sieg über die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) weniger um das Wahlprogramm als um die Konfrontation zweier ehemaliger Kriegsverbündeter. Sowohl der amtierende Präsident Mahinda Rajapakse als auch sein ehemaliger Armeechef, Ex-General Sarath Fonseka, kämpfen am Dienstag um das höchste Amt im Staat. Ohne klare programmatische Aussagen, aber mit viel Getöse werden sie um die Gunst von 14,8 Millionen Wählern.

Der 64-jährige Rajapakse wollte eigentlich von den hohen Umfragewerten nach dem Ende des 37-jährigen Konflikts mit den Befreiungstigern profitieren, als er im November vorgezogene Neuwahlen ansetzte. Seine sechsjährige Amtszeit wäre sonst erst im November 2012 zu Ende gegangen. Er machte die Rechnung jedoch ohne seinen ehemaligen Armeechef und Vordenker der siegreichen Strategie gegen die Rebellen. Der 59 Jahre alte Vier-Sterne-General Fonseka trat im Herbst zurück, schloss sich der Opposition an und gab seine Kandidatur bekannt.

"Es wird die erste Präsidentschaftswahl ohne einen Aufruf der Tamilen zur Gewalt", sagte der gemäßigte tamilische Politiker Dharmalingam Sithadthan. Stattdessen könnte die tamilische Minderheit, in deren Namen die LTTE Anschläge und Selbstmordattentate verübte, laut Charu Lata Hogg von der britischen Denkfabrik Chatham House zum Königsmacher werden, falls sich die singhalesische Bevölkerungsmehrheit nicht auf einen der Kandidaten einigen kann. Umfragen sagen jedenfalls ein äußerst knappes Ergebnis vorher.

Die srilankische Armee hatte die LTTE, die über Jahrzehnte für einen eigenen Tamilen-Staat im Norden des Landes kämpfte, im Mai besiegt. Bei der im Januar 2009 gestarteten Offensive kamen nach UN-Schätzungen rund 7000 Zivilisten ums Leben, weshalb die Vereinten Nationen beiden Kandidaten Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen in der Schlussphase des Krieges vorwerfen. Insgesamt starben in dem 37 Jahre währenden Konflikt bis zu 100.000 Menschen.

AFP / AFP