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Präsident Putin: Neuer Eiserner Vorhang hätte "desaströse Folgen"

Russlands Präsident Putin hat in einem Interview versichert, er wolle Russland nicht vom Rest der Welt abschotten. Kritik übt er aber am G-20-Gipfel - Russlands Interessen würden vernachlässigt.

Nach Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin hätte es "desaströse Folgen" für sein Land, wenn es sich strikt vom Rest der Welt abschotten würde. In einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Tass entgegnete Putin auf die Frage, ob Russland neue Zäune bauen wolle: "Das werden wir nicht tun. Wir begreifen die desaströsen Folgen eines Eisernen Vorhangs für uns."

Putin verwies auf Erfahrungen in anderen Ländern, die zeitweise versucht hätten, sich vom Rest der Welt abzuschotten - diese hätten "einen sehr hohen Preis dafür bezahlt". Russland wiederum brauche aus seiner Sicht "nicht den Wettbewerb mit dem Westen zu suchen", sondern sollte vielmehr "friedlich seinem eigenen Programm folgen".

Isolation beim G-20-Gipfel

Weniger konziliante Töne schlug der Präsident mit Blick auf seine persönliche Isolation beim jüngsten G-20-Gipfel im australischen Brisbane an, den er vorzeitig verlassen hatte. "Völlig nutzlos" sei es, "sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, einander Freunde zu nennen, sich gegenseitig zu besuchen und an G-8-Treffen teilzunehmen", solange die anderen Staats- und Regierungschefs "Russlands Interessen vernachlässigen".

Für ihn bedeute das dann eben, "dass wir sie nicht besuchen werden, sondern in einem anderen Rahmen treffen, in eher geschäftsmäßiger Atmosphäre", sagte Putin in dem Interview. In Brisbane war er wegen der russischen Haltung im #link;www.stern.de/politik/ukraine-90247511t.html;Ukraine-Konflikt# von einigen Kollegen distanziert empfangen worden. Putin sagte dazu in dem Interview: "Ich bin nicht Präsident eines Landes geworden, um meine persönlichen Ambitionen zu befriedigen."

amt/AFP / AFP