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Griechenland-Krise Gerüchte über Rauswurf von Varoufakis verdichten sich


Laut griechischen Medien soll Yanis Varoufakis den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verspielt haben. Es gebe ernstzunehmende Gerüchte, wonach der griechische Finanzminister kurz vor dem Rauswurf stehe.

In Athen verdichten sich nach Informationen der heimischen Presse Gerüchte, dass #link;http://www.stern.de/politik/ausland/griechenland-90250972t.html;der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis# bald ersetzt werden könnte. Varoufakis habe "jede Glaubwürdigkeit verloren", berichtete am Sonntag die Athener Wochenzeitung "To Vima". Während der Tagung der Eurogruppe am Freitag in Riga sei festgestellt worden, dass Varoufakis einmal mehr "unvorbereitet" vor seinen Kollegen erschienen und damit völlig isoliert sei. "Wir wissen nicht, ob der Ministerpräsident (Alexis Tsipras) ihn "opfern" wird", in der Hoffung das Land zu retten, hieß es in einem Kommentar der "To Vima". Die Frage laute eigentlich, ob Tsipras selbst begreife, wie ernst die Situation im Land ist.

Varoufakis reagierte am Sonntag mit einem Statement im Kurznachrichtendienst Twitter. Darin benutzte er einen Ausdruck des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt vom Jahr 1936, "sie sind alle (seine Gegner) einstimmig in ihrem Haß gegen mich und ich heisse ihren Haß willkommen", meinte Varoufakis. Zuvor waren in der Presse Informationen an die Presse durchgesickert, wonach Varoufakis Kollegen in der Eurogruppe ihn als "Amateur" und "Zocker" beschimpft hätten.

Es wird weiter verhandelt

Dennoch sollen die Verhandlungen über ein griechisches Reformpaket beschleunigt werden. "Es wird eine Abmachung in den nächsten Wochen geben", sagte der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling nach Beratungen in Riga. Angesichts der dramatisch zugespitzten Finanzlage in Griechenland sind aber Gedankenspiele über einen "Plan B", der auch einen Euro-Austritt ("Grexit") umfassen könnte, nicht mehr tabu. Die europäischen Minister diskutierten jedoch nicht bei ihrem am Samstag in der lettischen Hauptstadt beendeten Treffen über Alternativszenarien.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte ein umfassendes Reformpaket Griechenlands bereits Ende April vereinbart sein. Die Europartner lassen diese Frist verstreichen und setzten darauf, nun spätestens bis Ende Juni einen Kompromiss zu finden.

Trotz ihrer Ablehnung der Sparpolitik der EU ist eine Mehrheit der Griechen für die Beibehaltung des Euro. 73 Prozent sprechen sich für den Euro aus, während 20 Prozent zurück zur Drachme wollen. 69 Prozent befürchten, dass ein Ausstieg aus der Eurozone droht. 24 Prozent sehen diese Gefahr dagegen nicht. Rund die Hälfte der Befragten unterstützte die Verhandlungstaktik der Regierung von Alexis Tsipras, 46 Prozent kritisierten diese. Tsipras bleibt mit Zustimmungswerten von 61 Prozent der beliebteste Politiker.

tis/DPA DPA

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