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AfD-Chefin zum Waffenrecht: Frauke Petry begrüßt Waffenkäufe "anständiger" Bürger

Immer mehr Bürger in Deutschland legen sich Waffen zu. Für AfD-Chefin Frauke Petry kein Problem. Sie heizt die diffusen Ängste an und befürwortet Waffenkäufe der "anständigen" Bürger.

Frauke Petry, Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland, macht Stimmung mit dem sensiblen Thema Waffenbesitz.

Frauke Petry, Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland, macht Stimmung mit dem sensiblen Thema Waffenbesitz.

Viele Experten sorgen sich um die zunehmenden Waffenkäufe in Deutschland. Für AfD-Chefin Frauke Petry ist das kein Grund zur Sorge, sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". Auch an der Aufrüstung der privaten Haushalte sei die etablierte Politik schuld, weil die Polizei systematisch "kaputt gespart" werde. "Wir alle wissen, wie lange es dauert, bis die Polizei, gerade in dünn besiedelten Gebieten, zum Einsatzort gefahren kommt." Dagegen sei es überhaupt "kein Grund zur Besorgnis", wenn Bürger sich bewaffneten.

Frauke Petry schürt die Ängste noch

Die AfD-Politikerin schürt die diffusen Ängste der Bevölkerung noch. Sie sagt, dass der Staat sein Gewaltmonopol bereits stellenweise verloren habe. Solange dieser Zustand nicht korrigiert werde, würden sich die Bürger zusehend unsicherer fühlen. Petry malt einmal wieder das bekannten AfD-Schreckensgemälde vom unfähigem Staat und zunehmender Gewalt. Da gibt es für die Rechtsaußen-Politikerin nur eine Folgerung: "Jeder Gesetzestreue sollte in der Lage sein, sich selbst, seine Familie und seine Freunde zu schützen." Offenbar auch mit der Waffe in der Hand. Darum widersetze sich die AfD als einzige Partei in Deutschland einer Verschärfung des Waffenrechts, erklärt Petry stolz. Restriktionen würden nur die "anständigen Bürger" treffen. Und nicht den illegalen Waffenbesitz  der Kriminellen.

Typische Nullnummer der AfD

Auch in diesem Interview sieht man das populistische Kalkül der AfD-Frontfrau. Denn genau genommen fordert sie selbst mit diesen bewusst provokant gehaltenen Sätzen keine Freigabe des Waffenrechts oder gar amerikanische Verhältnisse in Deutschland. Sie spielt nur mit dem Feuer, ohne sich festzulegen. Petrys Formulierungen erwecken beim Leser den Eindruck, es würde um echte Schusswaffen gehen, mit denen der "anständige" Bürger, Frau und Kinder vor marodierenden Horden schützen könne.

In Wirklichkeit geht es um den sogenannten "kleinen Waffenschein". Hier sollen die Anträge laut der "Welt am Sonntag" im ersten Halbjahr bundesweit um fast 50 Prozent auf 402.000 angestiegen sein. Der kleine Waffenschein berechtigt nur dazu, Schreckschusspistolen und Reizstoff-Spray mit sich zu führen. Allesamt sind das keine Waffen, mit denen man Haus und Hof verteidigen könnte. Echte Schusswaffen haben Jäger und Sportschützen mit einer Waffenbesitzkarte. Nur: Sie dürfen ihre legalen Waffen im Alltag nicht mit sich führen. Im Falle eines Überfalls wäre der Waffenbesitz nutzlos. Und der echte Waffenschein, der allein zum Führen einer scharfen Waffe in der Öffentlichkeit berechtigt, wird in Deutschland fast nie an Privatpersonen ausgegeben. Und das weiß auch Frauke Petry.